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Benrath
Schulze soll auf Rönnau folgen

Benrath. Potenzielle Nachfolgerin für die zum 30. April aus dem Amt der AGB-Vorsitzenden scheidenden Renate Rönnau (67) ist Melina Schulze (37). Die Mitglieder haben sich im November für sie entschieden, gewählt werden soll sie im Februar. Von Andrea Röhrig

An der Spitze der Aktionsgemeinschaft Benrath (AGB) steht eine Staffelübergabe bevor. Für Renate Rönnau ist punktgenau zehn Jahre nach ihrem Amtsantritt Schluss: "Ich habe zum 1. Mai 2006 den Job begonnen und höre am 30. April 2016 auf." Rönnau gehörte 1980 zu den Mitbegründern der Benrather Werbegemeinschaft.

In der Februarsitzung sollen die Mitglieder ihre Nachfolgerin wählen: Event-Managerin Melina Schulze, die Ende November in einer AGB-Sitzung bereits mehrheitlich als Rönnau-Nachfolgerin ausgeguckt worden ist. Neben der 37-Jährigen hatte es noch eine weitere Bewerberin gegeben.

Von dem Thema kürzer treten und Ruhestand ist die agile 67-Jährige aber immer noch Lichtjahre entfernt. Renate Rönnau will sich mit ihrer Tochter im Bereich Coaching selbstständig machen - direkt zum 1. Mai. Ein großes Abenteuer, von dem sie bislang nur eines weiß: Es wird keine Online-Beratung werden.

Denn für sie ist der Internet-Bestellwahn der Deutschen der Tod des normalen Einzelhandels. Mit Argusaugen hat sie in den vergangenen zehn Jahren den Werdegang der Benrather Fußgängerzone beobachtet. Aktuell stehen drei Ladenlokale leer - ein Novum, so viele waren es noch nie. Allerdings soll in Kürze der Unitymedia-Shop zurückkehren. Ende des Jahres droht der nächste Leerstand: Bäcker Kamps soll das Eck-Geschäft am Harry-Piel-Platz verlassen. Rönnau ist schon länger der Überzeugung, dass es im Einzelhandel nicht mehr reicht, einfach nur die Eingangstür aufzusperren und auf Kundschaft zu warten. Drei Mitglieder haben zum Jahresende gekündigt, weil es die Finanzen nicht mehr hergeben. Gemeinsam mit ihren Mitstreitern hat Rönnau immer wieder versucht, die Fußgängerzone mit Aktionen zu beleben. Und auch sie ist sich dabei nicht zu fein, eine Schicht in der Bude der AGB auf dem Benrather Weihnachtsdörfchen zu übernehmen. Der Erlös, beispielsweise aus Postkarten- und Marmeladenverkäufen, wird unter anderem in die Weihnachtsbeleuchtung gesteckt. Manchmal wünsche sie sich, dass sie bei solchen Aktionen, die neben den Benrather Kunden allen Händlern zu Gute kommen, mehr Unterstützung erfahren hätte, sagt sie: "Ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn der Händler, der in der Bude hilft, mit einem entsprechenden Schild für sein Geschäft geworben hätte." Nicht jedes der 68 Mitglieder sei sich darüber im Klaren, wie wichtig eine Werbegemeinschaft vor Ort sei, sagt Rönnau. Sie konnte all die Jahre auf ein Netzwerk an ehrenamtlichen Helfern zurückgreifen. Das hört mit ihr auf: "Frau Schulze muss sich dann ihr eigenes aufbauen", sagt Rönnau. Genauso, wie sie ihr eigenes Profil entwickeln muss. Doch darum ist es Rönnau nicht bang. Die 37-Jährige packt an. Aktuell ist sie noch in Elternzeit, ihre Tochter beginnt im Februar mit der Eingewöhnungsphase bei einer Tagesmutter.

Die Zeit bis zu ihrem möglichen Dienstbeginn will sie zum Schnuppern nutzen. Auch sie hat schon eine Schicht in der AGB-Bude im Weihnachtsdörfchen übernommen. Natürlich macht sie sich bereits Gedanken, wie ihre Handschrift als Vorsitzende aussehen soll: "Die Fußstapfen, die mir Renate hinterlässt, sind ziemlich groß." Da sie aber, bis sie Mutter wurde, viele Jahre im Event-Bereich selbstständig gewesen ist, glaubt sie, dass sie die Aufgabe gut wird meistern können. Eines will sie genauso machen wie ihre Vorgängerin: Den kleinen Laden an der Sistenichstraße von 9 bis 13 Uhr besetzen. Denn der werde im Dorf als Bürgerbüro wahrgenommen. Und auch wenn Rönnau keine Pässe ausstellen kann und sie die Kunden zum richtigen Bürgerbüro ins Benrather Rathaus schicken muss, habe kein Fragender den Laden ohne eine Antwort verlassen.

Und dort sitzt jemand, den sowohl Rönnau als auch Schulze sehr schätzen: Nils Dolle, der im März vergangenen Jahres die Leitung der Bezirksverwaltungsstelle übernommen hat: Noch nie habe sie so viele Infos aus dem Rathaus erhalten wie jetzt, sagt die 67-Jährige. Und nicht nur das: "Herr Dolle ist sehr viel im Stadtbezirk unterwegs, und er strahlt eine unglaubliche Ruhe aus." Einen Besseren könne man sich an dieser Position nicht vorstellen.

Quelle: RP
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