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Benrath
Sie wollen doch nur spielen...

Benrath: Sie wollen doch nur spielen...
Max Schomaecker (l.), Matthias Goergens, Marcel Kläufer und Chris Kunz trainieren das Spiel am Netz. FOTO: Ralph Matzerath
Benrath. Die Spielgemeinschaft SG Benrath/Hilden hat ihren Platz in der Relegation zum Aufstieg in die Verbandsliga sicher. Die rund ein Dutzend Spieler haben früher einmal höherklassig Volleyball gespielt. Jetzt ist es nur noch ein Hobby. Von Helmut Senf

Sie wollen doch nur spielen - und zwar Volleyball, die Herren der SG Benrath/Hilden, die sich allesamt bereits in einem gesetzteren Alter befinden und ihrem liebsten Hobby - angesichts beruflicher und familiärer Verpflichtungen - eigentlich nur noch spaßeshalber nachgehen. Trotz Durchschnittsalter von rund 40 Jahren und lockerer Einstellung mischen die Routiniers derzeit jedoch die Landesliga auf und haben mit einem souveränen 3:0-Auswärtserfolg beim Tabellenschlusslicht TG Neuss ihre Teilnahme an der Relegation um den Aufstieg in die Verbandsliga perfekt gemacht.

"Wenn wir auf dem Feld stehen, dann wollen wir auch gewinnen", formuliert der 49-jährige Spielertrainer Markus Ueberholz das Motto der Spielgemeinschaft. Die hatte sich vor zwei Jahren aus versierten Gleichgesinnten aus Benrath und Hilden vorübergehend zusammengeschlossen, weil ihre ehemaligen Mannschaften bei der TSG Benrath und beim HAT Hilden auseinandergefallen waren. Ziel der Akteure war es, auch am Ende einer leistungsorientierten Amateur-Karriere in Bewegung zu bleiben. "Die meisten von uns haben früher höherklassig gespielt", erklärt Ueberholz.

Doch trotz aller Erfolge: Im Sommer wird die Spielgemeinschaft wieder aufgelöst. Die Mannschaft nimmt dann als Teil der TSG Benrath weiter am Spielbetrieb teil. Die Routine macht's eben. Trotz eines zeitlich gebremsten Trainingsaufwandes hat die SG in der laufenden Saison neun von 13 Pflichtbegegnungen für sich entscheiden können. Dem Meister Haaner TV waren die Oldies allerdings zweimal unterlegen. Besonders stolz verweist Ueberholz auf die beiden Erfolge gegen die deutlich jüngeren Akteure aus der Reserve von Bayer Wuppertal. Reaktionsschnelligkeit, ein gutes Stellungsspiel und Schlagkraft sind eben keine Privilegien der Jugend. "Nur wenn ein Spiel über eineinhalb oder zwei Stunden geht, dann merken wir die Anstrengung", räumt Ueberholz ein.

Rund ein Dutzend Spieler umfasst der aktuelle Kader. "Alle passen menschlich gut zusammen", berichtet Pressesprecher Peter Fassbender, dessen Sohn Felix mit 33 Jahren zu den Jüngsten zählt. Holger Kasch ist mit 54 Jahren der Senior. Mit Marcel Kleufer hat sich ein Zugang aus Solingen der SG angeschlossen und bekleidet mit erst 22 Jahren die Rolle des "Kükens".

"Manchmal gehen Beruf oder Familie vor", zeigt Ueberholz Verständnis und versichert, dass es dem Teamgeist keineswegs widerspricht, wenn Spieler das Training mal versäumen oder beim Spieleinsatz passen müssen. Der Relegation fiebert die SG mit Spannung entgegen. "Der Verbandsliga-Absteiger gehört zu unseren Gegnern", ist sich Ueberholz der schweren Aufgabe bewusst. Und vielleicht sind die Hobbyspieler über einen Nichtaufstieg sogar froh. Ueberholz: "Der Zeitaufwand würde deutlich steigen." Aber, wer weiß? Wenn das Team einmal aufgestiegen ist...

Quelle: RP
 
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