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Benrath
Skulpturenausstellung im Schloss

Benrath. Es hatte den Anschein, als hätten Naturgötter etwas gegen die künstlerische Kreation zukünftiger Lebensformen, die der in der Ukraine geborene Künstler Aljoscha zurzeit im Corps de Logis zeigt. Blitz und Donner sowie heftiger Regen kamen pünktlich zur Vernissage der Ausstellung "The Gates of the Sun And the Land of Dreams" über Schloss Benrath nieder. Von Bernd Schuknecht

So sind wenigstens die wirklich Interessierten gekommen, sagte Professor Stefan Schweizer, wissenschaftlicher Vorstand der Stiftung Park und Schloss Benrath, der trotz des meteorologischen Handicaps zahlreiche Gäste im voll besetzten Kuppelsaal begrüßen konnte. Nach "The Perfect Axis" mit Arbeiten des amerikanischen Künstlers James Lee Byars 2010 ist diese Ausstellung die zweite, die überhaupt im Corps de Logis stattfindet. Das musikalische Rahmenprogramm bestritt die erst 13-jährige Harfenistin Julia Dietrich.

Aljoscha, 43 Jahre, in der Ost-Ukraine geboren und seit über 20 Jahren in Düsseldorf lebend, entwickelt mit filigranen Drahtgeflechten, Acryl und Silikon fantastische Gebilde, die entfernt an Molekülstrukturen von einfachen Lebewesen wie Algen, Pilzen oder Bakterien erinnern.

Der Künstler, der eigentlich Alexej Potupin heißt, geht bei seiner Arbeit, die er als "Biofuturism" bezeichnet, von aktuellen biologischen Forschungen aus. Er will jedoch nicht einfach naturwissenschaftliche Forschungsergebnisse visualisieren. Ihm geht es vielmehr darum, Naturformen in die Kunst einzuführen. Nach seinem künstlerischen Selbstverständnis darf man es nicht allein der Naturwissenschaft überlassen, die Welt schöner zu machen, die Kunst sollte an diesem Prozess zwingend beteiligt werden.

Seine Arbeiten gehen zudem eine besondere Beziehung zum barocken Umfeld ein, das stellvertretend für die dominante Naturwissenschaft gesehen werden kann. Die funkelnden Kronleuchter im Kuppelsaal kontrastiert Aljoscha mit einer Skulptur, die wie violetter Nebel gleichsam von der Decke schwebt. Alle Arbeiten sind durch ein filigranes Netzwerk definiert, das jedoch bei aller Leichtigkeit eine große Stabilität ausstrahlt. Eine Arbeit ist auch außerhalb des Schlosses, und zwar am Südufer des Spiegelweihers, zu bewundern.

Die Ausstellung ist noch bis zum 17. September 2017, jedoch nur im Rahmen von Führungen zu sehen. Thematische Sonderführungen runden das Programm ab. Eine weitere Ausstellung mit Arbeiten von Aljoscha findet am 31. Mai 2017, um 19 Uhr in der mit der Stiftung kooperierenden Galerie Beck & Eggeling, Bilker Straße 4-6 um 19 Uhr statt.

Quelle: RP
 
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