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Benrath
Sommer. Sonne. Freibadzeit!

Benrath: Sommer. Sonne. Freibadzeit!
Abkühlung gefällig? Mit der Rutsche geht es für Jung und Alt in Sekundenschnelle ins kühlende Nass. FOTO: Günter von Ameln (vam)
Benrath. Wo könnte man die Hitze besser aushalten als im Wasser? Wir haben uns mal im Benrather Freibad umgesehen. Von Paul Küchler (Text) und Günter von Ameln (Fotos)

Freitag, 10 Uhr morgens: Schönes Wetter, blauer Himmel, tropische Temperaturen und eine lange Schlange vor der Kasse. Schon früh ist das Benrather Freibad gut besucht. "Vor ein paar Tagen mussten wir eine dreiviertel Stunde anstehen, um überhaupt reinzukommen", erzählt Ines Perlick. Sie genießt mit ihren zwei Söhnen Daniel und Timo im Freibad die heißen Tage. "Wir kommen eigentlich aus Bilk, sind aber extra nach Benrath gekommen. Die Kinder haben hier schwimmen gelernt." Der schattige Platz in der Nähe der Rutsche ist gesichert, jetzt wird sich gegenseitig eingecremt, dann kann es losgehen.

Saison-Rettungsschwimmer Jonas van Ekeris ist für die Sicherheit der Besucher zuständig. FOTO: Günter von Ameln (vam)

Die zweifache Mutter erklärt: "Mir gefallen hier vor allem die großzügige Fläche, die vielen schattigen Plätze und die aufmerksamen Bademeister. Leider war nur eine Kasse offen, dann dauert es schon etwas, bis man rein kommt, aber das nehmen wir gerne in Kauf."

Ähnlich sieht es Niklas Kissel, 20- jähriger Abiturient aus Garath. Er lacht, als er erzählt, als Schüler habe er weniger Eintritt bezahlt. Knapp über vier Euro kostet ihn der Eintritt ins Hallenfreibad Benrath. "Die paar Euro mehr sind es mir aber auf jeden Fall wert." Man treffe hier immer Leute, die man kenne, egal ob man alleine oder in der Gruppe im Freibad sei, erzählt er uns. Auch seine Devise lautet: Ein schattiges Plätzchen suchen, viel trinken und das gute Wetter auskosten. "Wer weiß schon, wie lange es noch so bleibt".

Hitzewelle: Ansturm auf Düsseldorfs Bäder und Seen FOTO: Hans-Juergen Bauer

Vor allem wer aus der unmittelbaren Nähe kommt, besucht gerne das Benrather Freibad. Wenn es warm ist, kommt Sabine Tinn für eine Abkühlung vorbei. Gerade bei dem heißen Wetter lohne es sich. Ihre Empfehlung für die heißen Tage: "Natürlich viel trinken, eine Runde im angenehm kalten Wasser schwimmen, unter den schattigen Baum legen und viel frisches Obst essen", erklärt Sabine Tinn und beißt lachend in ihren Apfel. Vor allem, sagt sie, sei es vormittags ehr gut auszuhalten.

Viele Familien sind zu sehen, kleine Kinder, die fröhlich im Wasser planschen, Jugendliche, die sich erstmals trauen, vom Dreimeterbrett zu springen, Mütter, die entspannt unter ihrem Sonnenschirm liegen.

Die verschiedenen Typen der Freibäder in Düsseldorf FOTO: Bretz, Andreas

Eine kleine Familie macht gerade im Schatten ihres Schirms eine Pause. Eincremen, Kopfbedeckung aufsetzen, schnell noch etwas trinken, dann geht es weiter. Vor allem im Becken ist viel los.

"Wir sind heute zum ersten Mal in dieser Saison hier", erzählt uns eine junge Frau mit ihren zwei Kindern aus dem Wasser heraus. Ihren Platz haben sie am Kinderbecken aufgeschlagen, natürlich im Schatten. "Uns gefällt es wirklich gut hier, die Kinder toben gerne im flachen Becken und spielen mit Gleichaltrigen", schildert die junge Mutter, die von ihrem Platz aus einen guten Blick auf ihre Kinder hat.

Genau diesen guten Blick muss auch Jonas van Ekeris beweisen. Der 20-Jährige ist Rettungsschwimmer auf Aushilfsbasis. Für diese Saison kommt der junge Mann aus Hilden, je nach Schicht früh oder spät, ins Freibad. Viel los sei aber immer, sagt er und geht gleich zum Beckenrand. Zwei Jungen schwimmen fröhlich im Sprungbecken herum, gefährlich, falls ein Springer in ihrer Richtung landen sollte. "Raus da Jungs. Geht bitte ins große Becken rüber."

Die zwei Jugendlichen haben Respekt vor der Autoritätsperson und laufen in Richtung großes Becken. "Leider ist nicht jeder so einsichtig", erklärt uns van Ekeris. "Die meisten verstehen aber, dass wir nur zu ihrem Schutz hier sind". Er muss gleich weiter, an der Rutsche herrscht Hochbetrieb. Eine kurze Abkühlung an der Dusche darf aber schon sein, schließlich ist auch den Helfern warm. Er lacht und zeigt auf seine Kollegen. Die duschen sich kurz die Füße ab - danach geht es weiter an die Arbeit.

Ob ihm seine Arbeit Spaß macht? "Na klar, bisher hatte ich aber auch das Glück, nie einen ernsthaften Fall zu haben, sprich, jemanden reanimieren zu müssen", sagt er und muss gleich wieder weiter.

Ein paar Meter entfernt springt eine Gruppe Kinder ausgelassen ins Wasser. Sie sind Teil einer Gruppe, die am Ferienprogramm der "Düsselferien" teilnimmt. Die körperlich und geistig behinderten Kinder spielen und planschen fröhlich im Wasser.

Für ihre Eltern eine Entlastung, erzählt uns Dennis, ihr sportlicher Betreuer. Viele Förderschulen, sagt er, würden gar kein Ferienprogramm anbieten. Der 33- jährige, ehrenamtliche Mitarbeiter ist mit seinen Kollegen und den Kindern heute im Schwimmbad. "Wir gehen in den nächsten Tagen auch noch auf den Wasserspielplatz, Reiten und machen eine eigene Olympiade." Die Teilnahme an den Düsselferien kostet normalerweise 90 Euro für drei Wochen. Sozial Benachteiligte sowie Düsselpass-Inhaber bekommen aber eine Ermäßigung, für sie kostet es 50 Euro.

Auf dem Weg nach draußen fällt auf, dass nun zwei Kassen geöffnet sind. Die Sonne scheint jetzt stärker, es ist noch heißer. Die Schlange aber ist nicht kürzer geworden.

Quelle: RP
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