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Benrath
Startschuss für Gebiet Hildener Straße

Benrath: Startschuss für Gebiet Hildener Straße
Das zu überplanende Gelände an der Hildener Straße. FOTO: Olaf Staschik
Benrath. Der Verkehr soll vor allem über den Schwarzen Weg abgewickelt werden, Anwohner befürchten mehr Fahrzeuge. Von Andrea Röhrig

Nur rund zwei dutzend Interessierte hatten gestern Abend den Weg zur Auftaktveranstaltung für den städtebaulichen Wettbewerb zur Entwicklung des Areals "südlich Hildener Straße" in die Aula des Schloß-Gymnasiums gefunden. Das lag wohl auch daran, dass das Verfahren in einem ganz frühen Stadium ist - und es demnach noch nichts zu sehen gab.

Denn erst nach den Anregungen und Wünschen, die den 15 Stadtplanungs-Teams aus den Reihen der Zuhörer gestern mitgegeben wurde, sollen diese Konzepte für das rund 22 Hektar große Areal entwickeln. Die einzige Vorgabe, die es bislang gibt, lautet: Neben neuer Wohnbebauung sowohl neue gewerbliche Nutzungen zuzulassen, als auch für die vorhandenen Betriebe wie Flender Erweiterungsmöglichkeiten vorzuhalten. Innerhalb dieses Spektrums können die Büros frei planen.

Eine Vorgabe für eine bestimmte Zahl von Wohnungen hat die Stadt nicht gemacht. Jedes der 15 Büros entwickelt nun einen eigenen Plan. Die werden in einer Sitzung des Preisgerichts am 16. Oktober dann auf fünf Teilnehmer reduziert, die an der zweiten Runde des Wettbewerbs teilnehmen. Für diesen öffentlichen Informationsabend, der am 18. Oktober ist, wünscht sich Planungsdezernentin Cornelia Zuschke dann eine muntere Diskussion über die einzelnen Entwürfe. Und dann gibt es auch für die Zuhörer etwas Greifbares zu sehen.

Doch auch so gab es gestern Abend für die Planer, die aus ganz Deutschland kommen, eine handvoll Anregungen. Da wäre zum einen die Verkehrsanbindung. Nach den ersten Überlegungen soll der Verkehr nur zu einem geringen Teil über die Hildener Straße abfließen; das meiste soll über die Straße Schwarzer Weg abgewickelt werden. Genau mit dieser Befürchtung war ein Ehepaar, das dort wohnt, zu dem Informationsabend gekommen. Eine Anregung war der früher schon einmal geplante, aber nie gebaute Anschluss vom Schwarzen Weg aus auf die Frankfurter Straße in Richtung Garath. In Richtung Innenstadt gibt es ihn ja bereits. Das Einzige, was derzeit fest steht ist, dass der Verkehr nicht über die Paulsmühle zur Autobahn geleitet werden soll. Denn dort entstehen ja bereits in den nächsten Jahren rund 900 Wohnungen.

Eine weitere Anregung aus der Zuhörerschaft war der Wunsch nach einer Gastronomie sowie kleinerem Einzelhandel. Was nicht geht, ist der Erhalt oder der Umbau von Werkshallen oder Stücken in Wohnraum. "Das schließt die Bausubstanz leider aus. Wir haben hier leider keine Gebäude wie in der Hamburger Speicherstadt", sagte Outokumpu-Manager Henning Middelhoff.

Was viele Benrather nicht wissen, da das weit vor ihrer Zeit lag: Das Gelände hat noch eine weitere, weitaus ältere Historie als die Industriegeschichte. Im 17. Jahrhundert führte eine Allee vom Wasserschloss - dem Vorgänger des heutigen Barockschlosses - quer über Wald und Feld zur Kapelle der Schwarzen Muttergottes. Diesen Weg gibt es heute schon alleine deswegen nicht mehr, weil er zum einen mitten über die Eisenbahntrasse und zum anderen einmal durch das umzäunte Werksgelände von Outokumpu-Nirosta an der Hildener Straße führen würde. Und auch die Kapelle existiert ja nur noch als steinerne Umrandung. Vielleicht, so ein Zuhörer, könne man diesen Teil Geschichte bei den Planungen widerspiegeln. Planungsdezernentin Cornelias Zuschke gab dann auch den Architektenbüros mit auf den Weg, die eigenständige und vielschichtige Geschichte von Benrath bei der Planung des Areals im Blick zu haben.

Quelle: RP
 
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