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Benrath
Stiftung schließt Vorplatz auf Probe

Benrath: Stiftung schließt Vorplatz auf Probe
Anlässlich des Weihnachtsmarktes am Schloss waren die Tore zum Vorplatz bereits verschlossen. Weil die Stiftung damit gute Erfahrungen gemacht hat, will sie im September einen Schließungsprobelauf machen. FOTO: Andrea Röhrig
Benrath. Bereits im September soll es einen Testlauf geben. Als Nächstes könnte der Park eine Nutzungsordnung bekommen, die es untersagt, sich nachts dort aufzuhalten. Mittelfristig ist ein Umzäunung mit Schließanlage geplant. Von Andrea Röhrig

Um die Weihnachtsmarktstände vor dem Schloss vor Diebstahl und Beschädigungen zu schützen, hatte die Stiftung Schloss und Park Benrath in den Nachtstunden die Tore des Vorplatzes verschlossen. "Das hat gut funktioniert", berichtete gestern Nicolas Maas, Kaufmännischer Stiftungsvorstand, im Gespräch mit unserer Redaktion. Nicht nur die Buden und ihr Inhalt seien geschützt gewesen, "wir haben sogar festgestellt, dass in Schlossnähe weniger im Park passiert ist."

Mit Interesse habe er die Leserkommentare zu einer möglichen Park-Schließung in den Nachstunden gelesen, sagte Maas: "Wir entwickeln im Hinterkopf schon seit längerem Ideen, wie die Anlage besser geschützt werden kann." Eine soll nun im September bereits probeweise umgesetzt werden: das nachtweise Verschließen der Tore zum Vorplatz. Maas weiß auch, dass die niemanden wirklich abhalten, der darauf aus ist, etwas mutwillig zu beschädigen, andere aber vielleicht schon: "Einen Versuch ist es wert." Wann das im September sein werde, werde er noch mitteilen.

Denn inzwischen hat die Stiftung festgestellt, dass der Wachdienst mit seinen drei Leuten, die von Freitag bis Sonntag den Park durchstreifen, zu wenig ist. "Gehen Sie mal davon aus, dass immer dort etwas passiert, wo die Sicherheitsleute dann gerade nicht sind." Da die Stiftung vor 20 Jahren die Aufgabe von der Stadt bekommen habe, Schloss und Park zu betreiben - für die Pflege des Areals ist nach wie vor das Gartenamt zuständig - sei es an ihr, weitere Schutz-Maßnahmen in Angriff zu nehmen. Der Kaufmännische Vorstand kann sich beispielsweise vorstellen, eine Parkordnung zu erlassen. In der kann dann geregelt sein, dass dort in den Nachtstunden niemand etwas zu suchen hat. "Dann können unsere Mitarbeiter oder auch die Kräfte vom Ordnungsdienst oder Polizei deutlicher werden und die nächtlichen Besucher auffordern, den Park zu verlassen." Die Parkordnung, so Maas, könnte 2018 erarbeitet und umgesetzt werden.

Mittelfristig für die nächsten fünf Jahre denkt der Stiftungsvorstand über eine Einzäunung des Areals mit Schließanlage nach. Dieses könnte aus den zugesagten Fördergeldern von Bund und Stadt -40 Millionen Euro in den nächsten zehn Jahren für die Sanierung und Instandhaltung - mitfinanziert werden. Wer sich dann in den Nachtstunden im Park aufhält, begeht Hausfriedensbruch - das ist alles andere als ein Kavaliersdelikt.

Für die Stiftung stehe aber fest, so Maas, dass Schloss und Park nicht zu einem Hochsicherheitstrakt werden sollen - dafür lieben die Menschen aus dem Düsseldorfer Süden beides zu sehr. Maas: "Und wir wollen natürlich, dass der Zutritt zum Park und den Gärten weiterhin ohne Eintritt möglich ist."

Auch das von den RP-Lesern angesprochene Problem mit Radfahrern will der Kaufmännische Vorstand angehen: "Es wird leider auch dort gefahren, wo man eigentlich nicht fahren darf." Sein Wunsch wäre es, wenn der Radweg, der den Schlosspark quert, künftig den Fußgängern vorbehalten bliebe. Voraussetzung dafür sei aber eine intelligente Lösung für die Radfahrer, beispielsweise mit der Umsetzung des Radschnellweges von Neuss nach Garath, so Maas. Da läuft ein Teilstück mitten durch Benrath. Insgesamt gehe es um die weitere Attraktivitätssteigerung von Schloss und Park. Dazu gehört für den Vorstand die Wiederinbetriebnahme des Schiffsanlegers, neue Wegdecken, Parkplätze wie auch eine Erweiterung des Spielplatzes.

Quelle: RP
 
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