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Benrath
Studenten bauen Bus für Flüchtlinge um

Benrath. Fertig eingerichtet haben Studierende der Peter Behrens School of Arts/Hochschule Düsseldorf gestern den Bus für die Arbeit mit Flüchtlingen an der Unterkunft an der Benrodestraße übergeben. Von Simona Meier

Über 1000 Arbeitsstunden stecken in dem 18 Meter langen Gelenkbus, der jetzt als mobiler Spiel- und Lernort an der Flüchtlingsunterkunft in der Benrodestraße steht. Denn bislang haben die dort lebenden Menschen keine Gruppenräume. Gemütlich ist der Bus und einladend. Das Interieur mit hellem, freundlichen Holz ausgekleidet. Es dominieren die Farben hellgrau, grün und blau. "Der Bus hat eine Hanfdämmung bekommen und eine Infrarot-Fliesheizung, die ein besonderes Raumklima schafft"," sagt Judith Reitz, Professorin im Fachbereich Architektur. Dachluken aus dem Wohnungsbau ersetzen die alten Busluken in der Decke und sorgen für Tageslicht.

"Die Konstruktion der Decke und der Einbau des Lichts waren schwierig", beschreibt Studentin Berit Wenthaus den Ausbau. Das zwölfköpfige Team hat viel Zeit investiert. "Wir mussten immer sehr flexibel sein und auch improvisieren", sagt Larissa Becker.

Das Ergebnis überzeugt. Es gibt zwei Kuschelecken, in denen zukünftig gelesen und gelernt werden kann. Im hinteren Teil des Busses ist ein Bereich, der sich als Spielfläche mit Rutsche anbietet. Eine spezielle Akustikdecke wurde eingezogen, damit parallel verschiedene Freizeitkonzepte stattfinden können, ohne dass es durch die Geräusche störend wirkt. Es gibt viel Stauraum und eine Bibliothek, die in einem Filzvorhang integriert ist. Mit einer ausklappbaren Tafel ist Unterricht möglich. Schon nächste Woche sollen die ersten Angebote starten.

"Wir haben bereits einen groben Busfahrplan entworfen mit Lesezeiten für die Kleinkinder und Angeboten für Sprachkurse oder Spiel- und Bastelzeiten", sagt Bianca Buchheister, die sich ehrenamtlich in der Unterkunft engagiert. Der Bus soll vor allem eine Begegnungsstätte werden. Er bietet durch die multifunktionale Ausstattung viele Einsatzmöglichkeiten.

Begleitet wurde der Bus auf der Fahrt zu seinem Einsatzort von einem Fahrzeug der Rheinbahn. "Wir haben viel Unterstützung bekommen", beschreibt Werkstattleiter Franz Klein-Wiele die Arbeit mit den Studierenden. Finanziert wurde das Projekt durch Spenden. "Uns hat das Projekt begeistert, und sechs Düsseldorfer Unternehmen unserer Innung haben dafür 2000 Euro gespendet", sagt Thomas Klode von der Tischlerinnung Düsseldorf. Insgesamt sind bisher 12.000 Euro für die Ausstattung und den Ankauf des Busses angefallen.

Der Bus bleibt Eigentum der Peter Behrens School of Arts. "Wir haben ihn an das Jugendamt der Stadt Düsseldorf vermietet. Betrieben wird er an der Benrodestraße von der Caritas", sagt Professorin Judith Reitz. Wenn der Bus dort nicht mehr gebraucht wird, kann er an anderen sozialen Brennpunkten zum Einsatz kommen.

Jetzt starten in dem Gefährt zunächst die Angebote der Ehrenamtlichen. Beim Betreten heißt es dann: "Schuhe ausziehen!" Dafür wurde ein Regal gewünscht, das die jungen Studenten eingebaut haben.

Quelle: RP
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