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Benrath
Tolle Musiker und eine gefeierte Sopranistin

Benrath. Die Neue Düsseldorfer Hofmusik und Réka Kristóf erfüllten das Schloss mit weihnachtlichen Klängen. Von Horst Schaumann

Weihnachtliche Kantaten von Telemann, Scarlatti und Händel waren frühe Weihnachtsgeschenke für das begeisterte Publikum. Gleich in drei Wandelkonzerten klang es musikalisch im Benrather Schloss 'Machet die Tore weit'.

Geschenke muss man sich verdienen, und so mussten die Hörer mit Moderator Winfried Fechner zunächst 'Von draus, vom Walde komm ich her' zitieren. Das erste Geschenk gab es im Vestibül. Georg Philipp Telemann trug mit seiner Kantate 'Göttlichs Kind' den Hauptteil zum Geschenk bei. Und die dazu gehörende Verpackung lieferten wunderbar die Neue Düsseldorfer Hofmusik und die aus Ungarn stammende Sopranistin Réka Kristóf. Was war das für ein toller Klang, den Mary Utiger und Christine Moran (Violine I und II), Nicholas Selo (Violoncello) und Christoph Lehmann am Cembalo in historischer Spielweise entwickelten! Und dazu die Stimme der Sopranistin!

Réka Kristóf, ungarischer Herkunft, in Bremen ausgebildet und an der Bayerischen Staatsoper zu hören, zeigte von großer Innigkeit bis zu federnden Koloraturen eine Leistung, die überzeugte.

Mit Alessandro Scarlattis 'Cantata pastorale' im Kuppelsaal legte Réka Kristóf noch zu. Scarlatti preist in dem mit Hirtenklängen unterlegten Text die Stadt Bethlehem wegen der Geburt des Erlösers und die Hirten, die ihn als erste verehrten. Fein sang Kristóf die Rezitative, entwickelte in den Arien und Ariosi großen Klang, der die Kuppel des Saales zu heben schien. Ein wunderbares Zusammenspiel mit der Hofmusik, bei der Christoph Lehmann diesmal ein Orgelpositiv spielte.

Im Gartensaal gabs ein weiteres Geschenk: Georg Friedrich Händels Trio D-Dur für zwei Violinen und Basso continuo. In fünf Sätzen klang das etwa so: Adagio - Passt auf, jetzt kommt was; Allegro - Das Fest beginnt; Musette - Hereingetanzt; Marche - Tragt das Festessen auf; Gavotte - Zum Schluss noch ein Tanz. Nach dem überraschend kurzen Schluss langer Applaus für die vier Solisten. Und für Winfried Fechners Rezept mit Belugalinsen und Hokkaido-Kürbis. Das wurde mit Schmunzeln zur Kenntnis genommen.

Wieder im Kuppelsaal angekommen nahm das Publikum das letzte Geschenk entgegen: Händels 'Gloria in B-Dur'. 2000 erst aufgefundene Noten vom Frühwerk erklangen durch die exzellent aufspielende Neue Düsseldorfer Hofmusik und den Sopran Réka Kristófs, der himmlisch den Saal füllte. Hier stimmte einfach alles: rhythmisches Gespür, tonale Akzentuierung, perlende Koloraturen, großer Ausdruck!

Noch im Hinausgehen fragten sich hingerissene Konzertbesucher, wann denn die Sopranistin bei ihren Koloraturen geatmet habe.

Quelle: RP
 
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