| 00.00 Uhr

Benrath
U74: Sechs Millionen in den Sand gesetzt

Benrath. Keine 100 Tag vor der Inbetriebnahme der Wehrhahn-Linie schwappt in Benrath Kritik am neuen Liniennetz hoch. Wenn dieses am 21. Februar an den Start geht, dann haben die Benrather künftig keinen direkten Anschluss mehr an den Hauptbahnhof. Die U74 endet in Holthausen. Der Benrather Betriebshof wird dann über die Linien U71 und U83 angefahren. Von Andrea Röhrig

Die 71 fährt über Bilker S-Bahnhof, Heinrich-Heine-Allee und Wehrhahn bis zur Heinrichstraße, die 83 über Bilker S-Bahnhof, Heinrich-Heine-Allee und Wehrhahn bis zum Gerresheimer Krankenhaus. Die beiden Niederflur-Bahnen wechseln sich im Zehn-Minuten-Takt ab. Anders als Rheinbahn-Mitarbeiter Helmuth Höhn im RP-Gespräch aber berichtete, bleibt es montags bis freitags nach 20 Uhr doch bei einem 20-Minuten-Takt. Die U83 endet um 20 Uhr in Holthausen, korrigierte er gestern seine zuvor getätigte Aussage.

Mehrere Leser sind unserer Aufforderung nachgekommen, ihre Meinung kundzutun. Hier eine Auswahl: Raimund Schaake (per Fax): "Ich schlage vor, dass die U74 unter der Woche in der Hauptverkehrszeit bis Benrath Betriebshof fahren soll - sogar muss, auch unter anderem bei Veranstaltungen in der Tonhalle. Diese Regelung soll auch Samstag zwischen 9 und 19 Uhr durchgeführt werden." Claus Zielinski per E-Mail: "Ich verstehe den Ärger um die U74 nicht. Man kann auch mit der S-Bahn oder mit dem RE 5 schnell in die Stadt kommen." RP-Leser Jürgen Pleuß hingegen ist richtiggehend froh, dass die U74 künftig nicht mehr bis Benrath fährt: "Zum einen ist sie fürchterlich laut, vor allem, wenn sie um die Kurven rumpelt. Die Anwohner wird das also freuen. Und zum anderen ist der Einstieg für viele Nutzer viel zu hoch, so dass manche Kunden immer auf die 701 warten müssen. Der Vorteil ist, dass mit der Umstellung endlich alle im Zehn-Minuten-Takt von Benrath aus bequem fahren können. Wenn ich zum Hauptbahnhof will, kann ich auch mit der S-Bahn fahren." Eines ärgert ihn aber doch. Dass 2009 sechs Millionen Euro für den Bau einer neuen Wendeschleife investiert wurden, damit die U74 überhaupt bis zum Benrather Betriebshof fahren konnte. Pleuß: "Was hätte man mit dem Geld alles anfangen können."

Ähnlich lautet auch ein Kommentar bei RP-Online: "Erst wird für teures Geld die Strecke in Benrath umgebaut. Nun wird der ganze Verkehr wieder eingestellt. In Düsseltal kämpft man mit Erfolg um die umsteigefreie Anbindung zum Bahnhof und die Aufregung ist groß. In Benrath verschläft die dortige Bezirksvertretung den absolut vergleichbaren Vorgang."

Tatsächlich hat auf Wunsch der Bürger die Politik die Rheinbahn dahin gedrängt, dass die Straßenbahn-Linie 708 erhalten bleibt. Sie sollte eigentlich gestrichen werden. Nun verbleibt sie erst einmal in einem einjährigen Testbetrieb. Sie verbindet Düsseltal über den Hauptbahnhof mit dem Polizeipräsidium.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Benrath: U74: Sechs Millionen in den Sand gesetzt


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.