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Benrath
Versperrter Rheinblick - Anwohner fordern Grünschnitt

Benrath. Die Initiative "Uferböschung Benrather Schlossufer" fordert die Behörden wegen der Wertminderung der Wohnungen zum Handeln auf. Von Andrea Röhrig

Als das Mehrfamilienhaus am Benrather Schlossufer ab seiner Fertigstellung 1981 bezogen wurden, gab es aus allen Eigentumswohnungen eine freie Sicht auf den Rhein. Doch davon ist inzwischen nichts mehr übrig. Statt auf den breiten Strom blicken die Bewohner auf Hecken, Bäume und ein Pflanzendickicht.

Die oberste Wohnung stehe nach dem Tod ihrer Bewohnerin wegen des nicht mehr vorhandenen Rheinblicks schon seit zwei Jahren leer, berichten Ursula Reuter und Renate Jung bei einem Ortstermin auf dem Balkon von Nachbarin Sigrid Brodalla. Gemeinsam bilden sie die Speerspitze der "Initiative Benrather Schlossufer". Im Haus sowie in den angrenzenden Häusern haben sie 27 Unterschriften gesammelt, und mit einem Brief an die zuständigen Behörden Handlungsbedarf geltend gemacht: "Aufgrund des versperrten Rheinblicks müssen wir eine deutliche Wertminderung unserer Wohnungen hinnehmen."

Aber auch für die Ausflügler, die die Uferpromenade nutzten, sei dieser Zustand der Uferböschung nicht hinnehmbar. "Wer will schon auf den gerade im Herbst neu aufgestellten Bänken vor unserem Haus Platz nehmen, um das Gestrüpp anzuschauen", heißt es weiter in dem Brief, den die drei Hausbewohnerinnen im Dezember 2015 an das Wasser- und Schifffahrtsamt in Köln geschrieben haben. Und bisher sei noch nichts passiert, schimpfen sie unisono: Schon in den vergangenen Jahren seien keine Grünarbeiten mehr gemacht worden und seitdem wuchere alles zu. Lediglich eine Hecke habe die Stadt letztens etwas gestutzt. Aber unter anderem hätten sich in dem Stück zwischen Weg und dem Rhein Weiden selber angepflanzt. Betroffen ist aus der Sicht der Anwohner der Bereich zwischen der Benrather Rheinterrasse und dem Haus Nummer 69.

Auch an den zuständigen Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Graf haben sie sich gewandt. Der hatte bereits im April einen Ortstermin mit Vertretern der Schifffahrts-Bundesbehörde. Weil diese einen Auszug des Katasters mithatten, sei dabei erst bemerkt worden, dass für dieses Teilstück doch die Stadt zuständig sei - und zwar nicht das Gartenamt, sondern wegen der Deichlage das Amt für Städtentwässerung.

Dort ist man derzeit dabei, sich zu überlegen, was vor Ort getan werden könnte und sollte. Denn auch Graf sieht Handlungsbedarf. Unter anderem gebe es dort einen Baum, der bereits abgestorben sei, sagte er im Gespräch mit unserer Redaktion. Aus Gründen der Sicherheit müsse dieser dringend gefällt werden.

Quelle: RP
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