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Benrath
Von der Aushilfe zum Küchenexperten

Benrath. Stefan Brux wollte anfangs nur seinem Vater bei der Küchenmontage helfen. Inzwischen führt er seit 25 Jahren gemeinsam mit seiner Frau Birgit das Benrather Küchenstudio. Seit über einem Jahr nun firmieren sie im Segro-Park. Von Birgit Wanninger

Eigentlich studierte Stefan Brux Maschinenbau in Aachen, doch er hatte geschickte Hände und konnte anpacken. Also besserte er sich sein Studium finanziell damit auf, in dem er Küchen aufbaute. Sein handwerkliches Talent hatte er zuvor bei einer Lehre als Schiffsbauer beweisen können, das wusste auch sein Vater Hans-Jürgen. Der war im Außendienst bei der Küchenfirma Poggenpohl tätig.

Das war vor mehr als einem Vierteljahrhundert. Denn 1990 übernahm Brux senior das Benrather Küchenstudio von Hans-Jörg Niedenhoff an der Benrather Schlossallee. Und Brux fragte seinen Sohn, ob dieser nicht mit einsteigen wolle. Stefan Brux überlegte, ob er weiter studieren oder ob er Geschäftsmann werden sollte und entschied sich mit 22 Jahren für Letzteres. Das Risiko schien ihm nicht allzu groß. "Ich hatte ja schließlich meinen Vater", sagt er rückblickend, nicht ahnend, dass dieser zweieinhalb Jahre später einen Schlaganfall bekam und mit Mitte 50 erwerbsunfähig wurde.

So war Stefan Brux mit 25 Jahren mehr oder weniger alleine im Laden. "Ich hatte schließlich hauptsächlich die Montage übernommen und höchstens mal am Wochenende verkauft", erinnert er sich. Nun war er mit zwei Monteuren alleine im Unternehmen. Seine Frau Birgit, die er zu diesem Zeitpunkt kennengelernt hatte, stieg erst einige Jahre später, 1999, ins Küchengeschäft mit ein. Heute, 25 Jahre nach der Gründung, haben die beiden ihr Geschäft im Segro-Park - mit viel Platz. Auf rund 300 Quadratmetern Ausstellungsfläche zeigen sie elegante, moderne Küchen.

"Die Zeiten von Eiche rustikal sind vorbei", sagt Stefan Brux, obwohl, so gesteht er, manchmal doch noch danach gefragt werde. Er erinnert sich an ein Ehepaar, das vor zwei Jahren noch mal die gleiche Küche haben wollte wie sie bereits in deren Wohnung stand - jedenfalls, was die Front betraf. Früher sei häufig nach Eiche rustikal gefragt worden. Das habe vor einem Vierteljahrhundert, also zu seinen Anfangszeiten, noch rund 50 Prozent ausgemacht.

Heute sind die Küchen vorwiegend weiß. "Auf jeden Fall hell", sagt Birgit Brux, denn Beige-Töne und helles Grau sind ebenfalls in ihrem Studio vertreten. Dabei wirken die Modelle elegant und irgendwie zeitlos. Klar habe sich der Geschmack für Küchen in den vergangenen 25 Jahren geändert. Den Trend, mit Gas zu kochen, sieht Stefan Brux allerdings am Standort nicht. "Das war in Düsseldorf nie ein Thema." In Zeiten von Induktion sei die Entscheidung für die Kunden meist sowieso klar. 90 Prozent entschieden sich für diese Technik. Und dies gelte nicht nur für neue Küchen, sondern auch, wenn der Herd kaputt gehe. Der Vorteil: "Alles geht wesentlich schneller", sagt Birgit Brux.

Gab es früher hochwertige Arbeitsplatten aus Granit, bestimmt heute Quarz das Arbeitsmaterial. Dadurch gewinnen die Arbeitsplatten an Attraktivität, weil es viel mehr Farben im Angebot gibt. Die Kühlschränke seien im Vergleich zu früher größer geworden, das mögen die Kunden, erzählt Birgit Brux. Ihr Mann ergänzt: "Dafür sind sie auch überproportional teurer geworden." Das gilt auch für die Küchen: Im Jahr 2015 muss man rund 50 Prozent mehr bezahlen als noch 1990. Beim Preis einer Küche wollen sich die Küchenprofis nicht festlegen. Da hat jeder Kunde seine individuellen Wünsche und nach oben gibt es - wie bei allen Dingen - keine Grenzen.

Quelle: RP
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