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Benrath
Wandelkonzert im Schloss: Hofmusik gibt der Liebe Nahrung

Benrath. Gela Birckenstaedt sang mit bezauberndem Sopran Texte von William Shakespeare, der vor 400 Jahren starb. Von Horst Schaumann

In lauer Maienluft bei strahlendem Sonnenschein wandelten die Zuhörer zum Benrather Schloss, Ort des Wandelkonzertes der Neuen Düsseldorfer Hofmusik.

Zu frischen Düften und erwachenden Trieben im Schlosspark passend wählte man das Thema "Wenn Musik der Liebe Nahrung ist". Von glücklicher und unglücklicher Liebe wurde gesungen und musiziert. Ausgerechnet ein Todestag lieferte der Programmgestaltung den roten Faden: Im April vor 400 Jahren starb William Shakespeare, der in vielen Dramen und Sonetten Texte hinterließ, die die Bühnen der Welt eroberten.

Doch nicht nur dieser Erfolg war dem Dichter zu danken, erläuterte Winfried Fechner in seiner - wie stets - fundierten und zugleich humorigen Moderation. Zahlreiche Komponisten vertonten Liedtexte aus Shakespeares Werken, vom Zeitgenossen Thomas Morley über Henry Purcell bis zu Thomas Augustine Arne.

Aus "As you like it" nahm Morley den Text zu seinem Werk, das im Vestibül dargeboten wurde. "It was a lover and his lass" sang Gela Birckenstaedt mit makellosem Sopran, erzählte von einem Geliebten und seinem Mädchen. Beschwingt begleiteten sie Mary Utiger (Violine), Nicholas Selo (Violoncello) und Christoph Anselm Noll (Cembalo).

Bevor im Kuppelsaal Henry Purcells Musik erklang, wurde Nicholas Selo zum Rezitator. Der Cellist mit englischen Wurzeln sprach ausdrucksvoll den Text, den Gela Birckenstaedt anschließend mit wunderbaren Tönen in die Kuppel sandte. Bezaubernd, wie die Sopranistin von Strophe zu Strophe ihre Auszierungen veränderte, wie sie bei "Love in their little veins" schmerzvoll die Gemüter der Zuhörer erreichte. Mit "If love's a sweet passion" sang Gela Birckenstaedt mit großer Zartheit und viel Ausdruck einen Text aus dem Sommernachtstraum, erfüllte den großen Kuppelsaal mit ihren herrlichen Tönen aus. Doch auch im kleineren Gartensaal wurde sie der anderen Akustik mit zwei Liedern von Robert Johnson in großer Kunstfertigkeit gerecht.

Die Neue Düsseldorfer Hofmusik zeigte mit Kompositionen von Locke, Purcell und Lawes ihre hohe Professionalität für Musik dieser Zeit. Christoph Anselm Noll ließ zudem brilliant "Johnson's Medley" am Cembalo hören.

Mit Purcells "O let me weep" und Arnes "The Cuckow" fand der Musizierspaß eines versierten Ensembles mit einer klangschönen Sopranistin im Kuppelsaal ein Ende. Nach großem Beifall für ein herrliches Konzert durfte das Publikum wieder wandeln, diesmal hinaus in den dunklen Abend, aber mit immer noch lauer Mailuft und leichten Fliederdüften.

Quelle: RP
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