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Benrath
Weihnachtliche Musik in den Räumen von Schloss Benrath

Benrath. Wandelkonzerte der Neuen Düsseldorfer Hofmusik Von Horst Schaumann

Gleich drei Mal hatte die "Neue Düsseldorfer Hofmusik" ihr vorweihnachtliches Konzert im Benrather Schloss angesetzt. Und der prall gefüllte Kuppelsaal am Freitagabend bestätigte den Bedarf des Publikums an weihnachtlicher Musik. Der Konzerttitel "Es jauchzen die Engel" ließ allerdings ein Programm erwarten, das auch schöne Gesänge zu bieten hätte. Wer darauf gehofft hatte, musste eine kleine Enttäuschung verkraften: Gejauchzt wurde zwar, aber nur instrumental.

Gelacht und geschmunzelt wurde jedoch viel, denn Winfried Fechner moderierte in seiner bekannt launigen Art und stellte im Vestibül das Publikum auf die Probe. Bevor Musik erklang, wollte er wissen, ob ein Gedicht aus Kindertagen noch im Kopf sei. "Von drauß' vom Walde komm' ich her", begann Fechner zu rezitieren und staunte nicht schlecht, dass alle Umstehenden sofort mit deklamierten, "Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr". Fast das ganze Gedicht wurde gemeinsam aufgesagt, bevor Francesco Manfredinis Concerto in C, betitelt' "Pastorale per il santissimo natale" erklang, das er 1718 als Kapellmeister am Münchener Hof schrieb.

Schon bei diesem Werk ließ die Neue Düsseldorfer Hofmusik fein wiegende Streicherklänge hören. In frischem Tempo hörte das Publikum das Pastorale, wie ein Wiegenlied das Largo. Im Allegro spielten sich Mary Utiger und Gudrun Engelhardt mit den Solo-Violinen die Themen behände zu. Olga Piskorz und Petar Mancev (Violinen), Ina Grajetzki (Viola), Nicholas Selo und Helga Löhrer (Violoncelli) sowie Christoph Anselm Noll am Cembalo boten das Fundament für die heitere Zweisamkeit.

Im Kuppelsaal gab es dann genug Raum für Johann David Heinichens Sonate in F. Hier gesellten sich zum Streicherensemble Christoph Moinian und Oliver Kersken mit ihren Naturhörnern, den so schwer zu beherrschenden ventillosen Instrumenten. Doch die beiden Naturhornsolisten zeigten, wie nur durch Lippenansatz und Hand im Trichter chromatische Läufe gespielt werden können. Danach lüftete Winfried Fechner das Geheimnis seines diesjährigen Rezeptes für die Festtage, ein leckerer Grieß-Apfel-Kuchen..

Michel Corettes "Noel Allemand" erklang im Gartenzimmer der Kurfürstin in kleiner Besetzung, ließ die Hörer stumm stehen und der Kunstfertigkeit des Ensembles lauschen.

Ein Höhepunkt war zweifellos Archangelo Corellis Weihnachtskonzert, "Fatto per la notte di natale", also für die Christnacht komponiert. Das Concerto grosso Nr. 8 in g ist eines von zwölfen in Opus 6, in denen dem Tutti-Orchester ein 'Concertino' mit zwei Solo-Violinen und Violoncello gegenüber steht. Wunderbare Musik, wie für das wunderbare Ensemble unter Mary Utigers Leitung gemacht.

Beim Konzertabschluss mit Telemanns "Concerto in D" für zwei Hörner und Streicher kam weiterer Weihnachtsglanz in den Kuppelsaal, der mit großem Applaus dankbar von den Zuhörern empfangen wurde.

Quelle: RP
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