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Benrath
"Witzbolde" im Schlosspark unterwegs

Benrath: "Witzbolde" im Schlosspark unterwegs
Der rot-weiße Baustellen-Pylon auf dem Kopf der Statue war nur eines von mehreren Ärgernissen am Wochenende. FOTO: Günter von Ameln
Benrath. Immer wieder benehmen sich Unbekannte bei schönem Wetter nachts daneben: Sie machen Dreck, zerstören Dinge mutwillig. Der Park ist durchgehend geöffnet und wird erst ab Mai vom Sicherheitsdienst kontrolliert. Von Andrea Röhrig und Birgit Wanninger

Es ist ein trostloses Bild: Da liegt ein Buchsbaum auf dem Boden, ein anderer ist an das Geländer des Schlossweihers angelehnt. Nein, kein Sturm hat diese beiden Bäume in den schweren Töpfen umgekippt. Vielmehr haben am Wochenende wieder Unbekannte im Schlosspark gewütet. Unter anderem haben sie einen Gullydeckel direkt vor dem Museumsshop herausgerissen und mitgenommen. Wohin, das wissen nur die Täter.

Witzbolde haben zudem einen rot-weißen Baustellen-Pylon auf den Kopf einer Statue vor dem Südportal gesetzt und das offenbar sehr originell gefunden.

Nach einem Wochenende mit schönem Wetter, so die Erfahrung der vergangenen Jahre, müssen die Hausmeister montags mindestens zwei Stunden lang im Park aufräumen. Denn das Gelände ist beliebt für abendliche Feiern. Das sind auch die Erfahrungen von Stefan Schweizer, Wissenschaftlicher Leiter der Stiftung Schloss und Park Benrath. Mehr noch: Jeden Sonntagmorgen seien Mitarbeiter des Schlosses damit beschäftigt, die Treppe vor dem Schloss gründlich zu säubern und von hinterlassenen Glasscherben zu befreien, sagt er.

Das ist ärgerlich, und nach Angaben von Schweizer werden allein mit dieser Aktion jedes Jahr hunderte Arbeitsstunden eingesetzt, die man sinnvoller nutzen könnte. Denn anders als andere große Parks - ob in Rom oder New York - ist der Schlosspark in Benrath 24 Stunden am Tag geöffnet und das sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr. Das bedeutet auch, dass der Schlosspark immer und für jeden zugänglich ist. Dabei gibt es zahlreiche Parks in Deutschland, die nachts geschlossen werden. Zum Beispiel der Herrenhauserpark in Hannover, und auch der Schlosspark in Schwetzingen wird seit jeher abends dicht gemacht.

Die Stadt als Verantwortliche für den Park, hat sich aber anders entschieden. Allerdings gibt es nach mehreren Vorfällen mit Schlägereien seit vier Jahren einen Sicherheitsdienst, der am Wochenende, also freitags, samstags und sonntags patrouilliert. Aber die Security-Leute der Firma Strube sind erst ab 1. Mai im Einsatz. Die Kosten für den Wachdienst teilen sich übrigens seit Jahren das Gartenamt und die Stiftung Schloss und Park Benrath. Außerdem kommt auch der OSD regelmäßig vorbei.

Bis zu Bezirksvorsteher Karl-Heinz Graf sind die Beschwerden noch nicht vorgedrungen: "Das wäre ein zweischneidiges Schwert, den Park abends zu schließen, denn es gibt ja auch Menschen, die gerne noch in den Abendstündchen einen Spaziergang machen wollen", sagt er. Einen Gullydeckel zu stehlen, und dann billigend in Kauf zu nehmen, dass jemand in das ungesicherte Loch fällt, das hält Graf nicht mehr bloß für einen Dumme-Jungen-Streich.

Seit vielen Jahren ist auch Heinz-Leo Schuth, dem ehemaligen Bezirksvorsteher, das Problem mit dem Randalieren bekannt. "Und es ist leider schwierig in den Griff zu bekommen", sagt er. Auch Schuth ist kein Freund davon, abends den Park zu schließen. Dennoch müsse schnell gehandelt werden. "Der Sicherheitsdienst muss kommen, sobald schönes Wetter ist", sagt er - und nicht erst ab Mai. Man dürfe bei schönem Wetter keine Sekunde zögern, den Sicherheitsdienst zu beauftragen. Der habe zwar keine große Befugnis und müsse die Polizei oder den OSD anrufen. "Aber er schreckt zumindest durch seine Präsenz ab", sagt Schuth.

Quelle: RP
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