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Benrath
Wohnprojekt für alle Generationen gefordert

Benrath. Eine Initiative will das alte Hospital in Benrath für Mehrgenerationen-Wohnen nutzen. Gestern demonstrierten die Bürger vor dem Rathaus. Von Simona Meier

Maria Glatow und ihre Nachbarin Marianne Peters stehen vor dem Rathaus und demonstrieren: "Die sollen uns das Grundstück überlassen", sagen sie. Noch wohnen sie in Urdenbach, aber sie können sich gut vorstellen, nach Benrath zu ziehen – und dort gemeinsam mit mehreren Generationen unter einem Dach zu leben.

Auch Anneliese Bürkholz hält ein Fähnchen hoch: "Wir wollen darauf aufmerksam machen, was uns am Herzen liegt. In Urdenbach gibt es so etwas ja nicht." Mit dem Ziel, Gehör bei den Düsseldorfer Ratspolitikern zu finden, sind die Demonstranten gestern angetreten. Sie stellen sich direkt mit den großen Plakaten vor den Eingang des Rathauses, in dem ab 14 Uhr der Stadtrat tagt. SPD-Oberbürgermeisterkandidat Thomas Geisel stoppt kurz und sagt: "Das ist ein vernünftiges Projekt."

Heidrun Hoppe, Seniorenbeirätin für den Stadtbezirk 9 und Mitglied der Initiative, freut sich über die aktive Teilnahme der vielen Senioren: "Wir wollen die Stadt aufwecken", sagt sie. Im Gepäck hat sie mehr als 400 Unterschriften von Unterstützern und rund 80 Interessierte, die gerne an der Hospitalstraße wohnen würden. "Stoppt gierige Investoren", ""Gemeinsam statt einsam" und "Unsere 1. Wahl – Das alte Hospital" steht auf den Plakaten der Demonstranten.

Dass die Stadt das rund 9000 Quadratmeter große Grundstück demnächst durch einen Investorenwettbewerb verkaufen will, ist die Sorge der Initiative. Karin Rinklage unterstützt die Benrather mit Trillerpfeife und Plakat: "Wir haben in Heerdt die gleichen Probleme, deshalb bin ich hier", sagt sie. CDU-Ratsfrau Bettina Wiedbrauk sucht den Dialog: "Wenn es nach mir geht, würde die Stadt ein Stück abgeben, aber nicht das ganze Areal." Antonia Frey von den Grünen, die als Vorsitzende des Wohnausschusses mit der Problematik vertraut ist, stellt fest: "Ich kämpfe seit Jahren für diese Idee. Auch auf solchen Grundstücken kann man das machen als Mischkalkulation."

Die Demonstranten verbuchen erste Erfolge: Die Ratspolitiker kommen vorbei und sprechen mit ihnen. Sie werden ihre Wünsche los: Ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt in zentraler Lage. Wie es mit dem Areal am ehemaligen Krankenhaus weitergeht, ist allerdings offen. Heidrun Hoppe hat bereits die Pläne angefragt, da Interesse von Architekturstudenten bestand, einen Entwurf zu machen. "Die Stadt ist da gerade nicht sehr hilfreich, ich bekomme keinen Plan", sagt sie.

Immerhin ist die Initiative durch ihre Aktion vor dem Rathaus stärker in den Fokus der Politiker gerückt. "Wir wollen kein Pflegebett, wir wollen das ganze Hospital" steht auf einem Plakat. Für den Interessenten, der mit dem Rad aus Kaiserslautern zur Demo kam und zwei Tage unterwegs war, ist das Wohnen in Benrath eine Alternative zum bisherigen Leben auf dem Land: "Wenn das klappt und der alte Bestand erhalten bleibt und nicht abgerissen wird, käme ich gerne nach Düsseldorf."

Quelle: RP
 
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