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Benrath
Zur 100. Montagsprosa historische Einblicke und viele Gäste

Benrath. Das Ambiente in der Orangerie von Schloss Benrath passt perfekt zu einem Buch, in dem der Märchenkönig Ludwig II. von Bayern eine Rolle spielt und sich sein Leibarzt in Briefen mit anderen über dessen Zustand austauscht. Von Simona Meier

Autorin Angela Steidele hat gerade den Bayerischen Buchpreis für ihren historischen Briefroman "Rosenstengel" bekommen, der auch das Leben von Catharina Margaretha Linck behandelt. In der Jubiläumsveranstaltung der 100. Montagsprosa fesselte die Kölner Autorin Steidele das Publikum mit ihren anschaulich vorgetragenen Briefen und gab viele Hinweise zur Recherche für den historischen Roman.

Linck lebte seit ihrem 15. Lebensjahr als Mann verkleidet. Zunächst unterwegs als Prophet, kämpfte sie mehrere Jahre lang als Musketier im Spanischen Erbfolgekrieg und ließ sich schließlich 1717 in Halberstadt unter dem Namen Anastasius Lagrantinus Rosenstengel mit einer anderen Frau trauen. Das war später der Grund ihrer Hinrichtung.

"Es darf gedacht und auch gelacht werden", lautet die Jurybegründung zur Vergabe des bayerischen Buchpreises.

"Das Leben als Erfindung ist hier das Thema", sagte die Autorin und beschreibt, wie sie im Berliner Archiv darauf stieß, dass der Irrenarzt von Ludwig II. auch die Gerichtsakten zum Fall der Frau in Männerkleidern eingesehen und dokumentiert hatte. "Das Leben ist oft bunter, als ein Romane es sich ausdenken könnte", sagte die Autorin.

Für die Besucher der Montagsprosa sind es diese Informationen zur Entstehung von Romanen und der enge Kontakt zu den Autoren, der die Lesungen seit fast 20 Jahren so attraktiv macht. Zum Jubiläum kamen auch Autoren, die bereits Gäste der Montagsprosa waren. Sie präsentierten kurze aktuelle Texte. Mit dabei waren Charlotte Marlo Werner, Heinz-Dieter Pannen, Ina Maria von Ettingshausen und Jan Cornelius.

Karin Füllner, die am Heinrich-Heine-Institut für die Programmleitung zuständig ist, hat die Montagsprosa 1996 ins Leben gerufen. Sie fehlte bei keiner der 100. Lesungen. Dafür wurde sie auf der Veranstaltung mit einem persönlichen Gedicht geehrt. Gemeinsam mit dem ehemaligen Bücherei-Leiter Armin Kurth und der jetzigen Leiterin Christel Mewes las Füllner die Namen aller 100 Autorinnen und Autoren vor, die schon in der Orangerie gewesen sind. Das rief bei den Besuchern der Jubiläumsveranstaltung so manche Erinnerung wach.

Barbara Witsch-Winter, Vorsitzende des Benrather Kulturkreises, hofft, dass es noch viele weitere Lesungen geben wird.

Quelle: RP
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