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Bilk/Friedrichstadt
Besinnliches auf dem Bürgersteig

Bilk/Friedrichstadt: Besinnliches auf dem Bürgersteig
Vor dem adventlich geschmückten Fenster der Familie Gentz wurden Weihnachtslieder gesungen. FOTO: H.-j. bauer
Bilk/Friedrichstadt. Beim "Lebendigen Adventskalender" trifft man sich jeden Abend für eine Aktion. Von Julia Chladek

Die Krippe aus Transparentpapier hängt schon am Fenster, inklusive Hirten, Ochs und Esel, Maria und Josef. Selbst das Jesuskind hat Maria Gentz ausnahmsweise schon jetzt aufgehängt. "Das lassen wir heute mal durchgehen, wir sind da ja nicht so streng wie die Katholiken", scherzt Pfarrer Carsten Bierei, bevor er das nächste Lied auf der Gitarre anstimmt. Etwa 25 Menschen haben sich auf dem Bürgersteig vor dem Wohnzimmerfenster von Ehepaar Gentz versammelt und singen Adventslieder, hören Texte, essen selbstgemachte Kekse. Inmitten hupender Autos, umkämpfter Parkplätze und der geschäftigen Nordstraße, die mit ihrem Weihnachtstrubel und Einkaufsstress direkt um die Ecke liegt, ist es hier irgendwie besinnlich.

Vor zehn Jahren haben die evangelischen und katholischen Kirchen in Bilk und Friedrichstadt unter dem Motto "Stern über Düsseldorf" ihren eigenen Kalender "herausgebracht": Hinter den Türen erfährt man Ort und Datum einer vorweihnachtlichen Aktion. Damit will man "einen Gegenpol schaffen zu der hektischen Betriebsamkeit und der Konsumorientierung in unserer Stadt im Advent", wie Konstanze Meschke, Pfarrerin der Friedens-Kirchengemeinde, sagt.

Seit acht Jahren betreut Bierei den "Lebendigen Adventskalender" der evangelischen Kreuzkirche an der Collenbachstraße. Jeden Abend um 18 Uhr treffen sich Menschen aus der Gemeinde und dem Stadtteil vor einem adventlich geschmückten Fenster, singen Klassiker wie "Wir sagen euch an den lieben Advent" oder "Mache dich auf und werde Licht" und lauschen besinnlichen Texten, die die Gastgeber ausgewählt haben. Von denen gibt es am Ende des Impulses auch den Segen, der die Anwesenden nach einer halben Stunde gemütlichen Beisammenseins, meist abgerundet mit Punsch und Plätzchen, wieder in den Abend entlässt.

Für Maria und Klaus Gentz ist das an diesem Abend Premiere, viele Gastgeber sind aber auch schon seit mehreren Jahren dabei. "Das Entscheidende ist, dass die Gastgeber selbst die Verantwortung für ihr "Türchen" übernehmen", erklärt Carsten Bierei. "Zwar leite ich durch den Abend und begleite die Lieder auf meiner Gitarre, aber die Texte wählen die Gastgeber selbst aus und vor allem spenden sie zum Abschluss den Segen."

Noch bis zum 23. Dezember findet der "Lebendige Adventskalender" jeden Tag vor einem anderen Fenster in den Stadtteilen Derendorf und Pempelfort statt. Eine Liste mit den Adressen der jeweiligen Tage gibt es unter www.kreuzkirche-duesseldorf.de.

Quelle: RP
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