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Bilk
Bilker haben Ideen für Bunker-Nutzung

Bilk. Beim Bunkerfest am Samstag konnten die Besucher das Gebäude an der Aachener Straße besichtigen und Vorschläge machen, wie es genutzt werden soll. Geplant ist, dort ein Kino und ein Café unterzubringen. Von Sarah Schneidereit

Um den Bunker an der Ecke Aachener Straße/Karolingerstraße hat es in den vergangenen Jahren viel Ärger gegeben. Nachdem das Gebäude jetzt aber an einen neuen Besitzer verkauft worden ist, der die Räume auch im Sinne der Bürgerinitiative "Bilk pro Bunker" nutzen möchte, ist Ruhe in die Debatte eingekehrt. Mit dem großen Bunkerfest am Samstag wollten die Bürger, die für den Erhalt des Bauwerkes gekämpft hatten, ein positives Zeichen setzen.

"Wir sind froh, dass wir Erfolg damit hatten, das Gebäude zu erhalten", sagte Peter Schulz von der Bürgerinitiative am Samstag. Gemeinsam mit Politikern aus dem Stadtteil, Künstlern und Anwohnern hat er für den Erhalt des Bunkers gekämpft und dafür gesorgt, dass das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt wurde. "Mit dem Bunkerfest feiern wir nicht nur unseren Erfolg, sondern wollen auch die Weichen für die Zukunft stellen", sagte Schulz, der die Festbesucher im Viertelstunden-Takt durch den Bunker führte.

Die Führungen waren alle restlos ausgebucht. Viele Anwohner nutzten die Gelegenheit, das Gebäude zu besichtigen, das Anfang der 40er Jahre gebaut wurde. "Ich bin noch nie im Bunker gewesen, obwohl ich schon seit über 20 Jahren in Bilk wohne", berichtete Hildegard Weiß. Die 56-Jährige wäre dafür, das denkmalgeschützte Gebäude als Museum zu nutzen. "Nachfolgende Generationen kennen solche Bauwerke sonst gar nicht mehr", sagte Weiß.

Auch der neue Besitzer des Bunkers, Kay Fromm von der Firma "Küssdenfrosch - Häuserwachküssgesellschaft", feierte mit beim Bürgerfest. Fromm und sein Geschäftspartner Andreas Knapp planen, in dem Bauwerk ein Kino unterzubringen. "Das Metropol-Kino hat auch schon Interesse gezeigt", sagte Fromm. Der Rest der Fläche soll Platz für sogenannte Multifunktionsräume bieten. "Das könnten beispielsweise Proberäume sein", so der Eigentümer. Ihm sei es wichtig, mit der Nutzung des Bilker Bunkers ein Zeichen zu setzen. "Wir wollen zeigen, dass man Geld auch anders nutzen kann. Es geht nicht nur darum, dass man etwas kauft und dann abreißt, um etwas Neues zu bauen", sagte Fromm.

Um auch zu erfahren, was die Bilker am liebsten mit dem Bunker machen würden, gab es im Inneren des Gebäudes eine Wand, auf die Zettel mit Ideen geklebt werden konnten. Am häufigsten stand der Wunsch nach Proberäumen auf den Klebezetteln. Aber auch Räume für Antistress-Training oder eine Wellness-Oase wurden angeregt. Weniger ernst gemeint waren mit hoher Wahrscheinlichkeit die Vorschläge, ein Delfinarium oder eine NSA-Zentrale im Bunker unterzubringen.

Selbst Skeptiker, die eigentlich gegen den Erhalt des Bunkers gewesen waren, ließen sich beim Fest vom Gegenteil überzeugen. "Ich finde das Gebäude nicht sonderlich schön oder erhaltenswert. Aber wenn man es jetzt für die Menschen im Stadtteil nutzt, finde ich das gut", sagte Julia Bernhard.

Peter Schulz von der Bürgerinitiative freute sich über die vielen positiven Rückmeldungen während des Festes. Manche bedankten sich sogar persönlich bei ihm für den Erhalt des Gebäudes. Im kommenden Jahr würde Schulz am liebsten wieder ein Bunkerfest feiern. "Es wäre doch toll, wenn wir dann schon die ersten Ergebnisse präsentieren und zeigen könnten, was sich im Bunker getan hat."

Quelle: RP
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