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Bunker-Freunde gründen eine Initiative

Bilk: Bunker-Freunde gründen eine Initiative
Die Gegner des Bunkerabrisses, darunter SPD-Ratsherr Manfred Abels (links außen), wollen jetzt gemeinsam vorgehen. Auch der Künstler Klaus Klinger (rechts außen), der das Wandlbild gemalt hatte, kam zu ersten Versammlung. FOTO: Anne Orthen
Bilk. Für das Bauwerk an der Aachener Straße gibt bereits eine Internet-Seite, soll eine Unterschriftenliste ausgelegt werden und sind weitere Treffen geplant. Ziel ist es, Öffentlichkeit herzustellen, bevor der Abriss genehmigt wird. Von Christine Zacharias

Der Widerstand der Anwohner gegen den Abriss des Bunkers an der Aachener Straße wächst – und formiert sich. Am Samstag trafen sich mehr als 40 Betroffene, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Nach vier Stunden intensiver Diskussion wurde beschlossen, eine Unterschriftenliste zu erstellen und verschiedene Aufgaben unter sich aufzuteilen. Vor allem aber stand am Ende eines fest: Dass man nun als organisierte Initiative weiter vorgehen und Informationen einholen will. Denn bislang wissen die Betroffenen über das Projekt Abriss Bunker nicht viel mehr, als dass es geplant ist. Bei der Gründung der Gruppe waren auch Kommunalpolitiker von CDU, SPD und Grünen vertreten, wie etwa BV-Mitglied Klaus Dressel (CDU), der als Anwohner selbst betroffen ist, außerdem Ratsherr Manfred Abels (SPD), der auch im Viertel wohnt sowie Thorsten Graeßner von den Grünen in der BV 3.

Seine Fraktion hatte zuletzt eine Anfrage in Sachen Bunker an die Verwaltung gestellt. Wie der aktuellen Antwort des Stadtplanungsamtes zu entnehmen ist, steht der Bunker nicht unter Denkmalschutz und sind darüber hinaus auch keine Pläne bekannt, dass jemand dort Proberäume einrichten wolle. Der Abbruchantrag sei im Übrigen erst am 28. November im Amt eingegangen und werde nun geprüft.

Dass dieser so ohne Weiteres durchgeht, kann sich Ratsherr Abels nicht vorstellen. Der Investor müsse ein schlüssiges Konzept vorweisen, das unter anderem aufzeige, wie die Rettungswege während des Abbruches freigehalten werden sollen.

Im Hinterhof des Bunkers befinden sich unter anderem die Awo-Kita "Wawuschels", das Lernort Studio und die Clara-Schumann-Musikschule. Diese Einrichtungen können allesamt nur durch einen einzigen Zugang durch den Bunkerkomplex erreicht werden. Bis zu 800 Menschen, hauptsächlich Kinder, gingen dort täglich ein und aus, berichtete eine Mutter. Abels: "Wie das bei laufendem Abriss reibungslos vor sich gehen soll, kann ich mir nicht vorstellen." Ähnlich sieht es Georg Grieslow vom Lernort Studio: "Acht Stunden am Tag permanenter Baustellenverkehr mit Lkw. Wie soll denn da noch Musikunterricht stattfinden?"

Anwohnerin Alexandra Sturm will grundsätzlich wissen, was auf sie zukommt. "Auto Becker soll ja auch demnächst bebaut werden. Dann leben wir bald inmitten von Baustellen." Andere Gesprächsteilnehmer schlagen vor, den Bunker stehen zu lassen und in Wohnungen umzuwandeln. Und Peter Schulze, unmittelbarer Nachbar zur Rechten, ist sicher, dass er während der Abrissarbeiten nicht in seinem Haus wird leben können.

Grundsätzlich, so der Tenor bei der Versammlung, müsse jetzt Öffentlichkeit hergestellt und die Bezirksvertretung kontaktiert werden, bevor Baurecht erlassen werde. Der Investor, die Emscher Bau, solle darlegen welches Konzept dem Abriss zugrunde liege.

Zur ersten Versammlung der Abrissgegner war auch der Künstler Klaus Klinger vom Verein Farbfieber gekommen. Er hatte 1995 das große Wandbild am Bunker zur Aachener Straßenseite hin gemeinsam mit anderen Initiativen gemalt. "Solche Bilder sind ja immer temporär", sagte er bei der Versammlung. "Es sind inzwischen schon viele unserer Wandbilder auch wieder verschwunden." Klinger soll nun im Auftrag der Initiative prüfen, ob für den Bunker nicht doch ein Denkmalschutz erwirkt werden kann.

Quelle: RP
 
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