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Düsseldorf-Bilk
Politiker wollen Haus an der Brunnenstraße retten

Düsseldorf: Politiker wollen Haus an der Brunnenstraße in Bilk retten
Die Wohnungen in dem Altbau an der Brunnenstraße 27 in Bilk sind zurzeit noch alle vermietet. FOTO: Marc Ingel
Düsseldorf. Der Altbau an der Brunnenstraße 27 in Düsseldorf-Bilk könnte einer Neubebauung mit Studentenwohnungen weichen. Politiker wollen das verhindern. Ein möglicher Denkmalschutz soll geprüft werden. Von Marc Ingel

An der Brunnenstraße 27 und 27a will ein Investor die bestehenden Gebäude an der Straße und im Innenhof, wo bislang ein Farben- und Tapetenhandel ansässig ist, abreißen lassen und durch zwei Neubauten ersetzen, in denen 27 Wohnungen für Studenten entstehen sollen. Die entsprechende Bauvoranfrage wurde jetzt in der Sitzung der Bezirksvertretung 3 vorgestellt. Statt bisher drei sollen die Häuser zur Straße hin fünf Geschosse und im Innenhof vier Geschosse haben - kein Problem findet die Bauaufsicht, orientiere sich die Planung doch an den Nachbargebäuden. Auch sonst hat sie keine Bedenken gegen das Vorhaben - ganz im Gegensatz zu den Politikern.

Dem Grünen Thorsten Graeßner zum Beispiel fehlt eine Einschätzung der Unteren Denkmalbehörde, sei das Haus an der Brunnenstraße doch prägend für den Stadtteil Bilk. Vor mehr als 100 Jahren hat hier unter anderem der Fuhrunternehmer Anton Schmalscheidt gewirkt. Die prägnante Pferdekopfskulptur über der Durchfahrt zum Hof erinnert daran. An der Fassade sieht man außerdem eine Reminiszenz an die vormals sehr wichtige Rolle der Papierindustrie in Bilk: "Papierverarbeitung" steht dort. Auch Erika Worbs (SPD) wundert sich über den "Abbruchantrag": "Das Gebäude ist komplett bewohnt, und die Wohnungen sind in einem guten Zustand." Danny Piwko von der Bauaufsicht dazu: "Wenn die Bauvoranfrage inhaltlich den Gesetzen entspricht, sind wir gehalten, das auch positiv zu bescheiden." Eine Ablehnung obliege in diesem Fall der Politik.

Die will nun darauf drängen, dass der Denkmalschutz sich das Haus an der Brunnenstraße noch einmal näher anschaut und bis zur nächsten Sitzung eine Einschätzung nachliefert. Aktuell steht das gründerzeitliche Gebäude nicht unter Denkmalschutz.

Kritisch sieht Wolfgang Müller (CDU) zudem die beabsichtigte Nutzung als Studentenwohnungen. "Das klingt immer gut, zwingen kann man den Bauherren später aber nicht, dort tatsächlich nur Studenten wohnen zu lassen." Weniger problematisch wäre die Parkplatzfrage: Neun Stellplätze wären für das Vorhaben erforderlich. Auf dem Grundstück werden sogar zwölf Stellplätze nachgewiesen - davon wären sechs Parkplätze im Erdgeschoss in einer Garage untergebracht und weitere sechs im Hofbereich im Freien.

Quelle: RP
 
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