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Bilk/Friedrichstadt
Gebäude sind ungenutzt, obwohl Wohnraum fehlt

Bilk/Friedrichstadt. Seit mehr als zehn Jahren steht der Gebäudekomplex mit der Adresse Auf'm Hennekamp 70 leer. Bis 2006 war dort die Akademie für öffentliches Gesundheitswesen untergebracht, das Grundstück gehört dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW - kurz BLB. Die Eingänge sind abgeriegelt, Fenster im Erdgeschoss mit Metallplatten abgedeckt. Von Nicole Kampe

Die Grünenfraktion im Stadtbezirk 3, zuständig für die Stadtteile Oberbilk, Unterbilk, Bilk, Friedrichstadt, Hafen, Hamm, Flehe und Volmerswerth, fragt sich, warum die Fläche schon so lange ungenutzt ist, wo die Stadt doch so dringend Platz benötigt, um neuen, vor allem preisgünstigen Wohnraum zu schaffen. Thorsten Graeßner zum Beispiel ist davon überzeugt, dass sich Nutzungsmöglichkeiten unter anderem für Wohnungsgenossenschaften und die Städtische Wohnungsgesellschaft bieten.

In diesem Zusammenhang wollte Graeßner jetzt von der Verwaltung wissen, welche Möglichkeiten sie hat, das Grundstück für Wohnungsbau zu erwerben oder zu entwickeln. Und welche Argumente aus Sicht der Verwaltung womöglich dafür sprechen, die Fläche Auf'm Hennekamp 70 alternativ für den ursprünglich angedachten Neubau des Technischen Rathauses zu nutzen.

Wie die Verwaltung auf die Anfrage mitteilt, ist ein Verkauf der Liegenschaften nicht geplant. Offenbar plant der BLB stattdessen für den gesamten Bereich zwischen Gurlittstraße und Auf'm Hennekamp, landeseigene Einrichtungen unterzubringen. Für das Technische Rathaus sei der Standort nicht geeignet, da er mit seinen rund 7000 Quadratmetern schlicht zu klein sei. Außerdem lasse der Bebauungsplan maximal sechs Geschosse zu, so dass die geplanten 53.222 Quadratmeter Bruttogrundfläche nicht realisierbar seien.

Über einen weiteren Leerstand in Friedrichstadt wollten sich die Grünen informieren, nämlich an der Bilker Allee 187. Seit einem halben Jahr steht das historische Gebäude leer, im Eingangsbereich zeigen sich an den Türen Einbruchsspuren. "Wegen der wachsenden Bevölkerung wird Wohnraum dringend benötigt", sagt Graeßner, gerade im Stadtbezirk 3.

Eine Möglichkeit, auf die Eigentümer des Hauses zuzugehen, sieht die Verwaltung aber nicht. "Das Objekt unterliegt seit dem Ablauf des 31. Dezember 1992 nicht mehr den Mietpreis- und Belegungsbindungen", heißt es dort. Entsprechend seien Instrumente zur Kontrolle des Leerstands im nicht geförderten Wohnungsbestand nicht gegeben, da die Zweckentfremdungsverordnung seit zehn Jahren außer Kraft sei.

Quelle: RP
 
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