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Bilk
KG Gemeinsam Jeck feiert im Südpark

Bilk. Karnevalsvereine und andere Teams kämpfen um den Sieg bei einem Minigolf-Turnier. Von Nicole Esch

"Du musst auf den Strich achten. Das ist genau die Mitte", sagt Harald Franz von der KG Gemeinsam Jeck und gibt seiner Gegnerin noch ein paar kameradschaftliche Tipps. Auf dem Gelände der Werkstatt für angepasste Arbeit (WfaA) im Südpark geht es an diesem Tag um einen royalen Kampf.

Beim Minigolf-Turnier anlässlich des Sommerfestes der KG Gemeinsam Jeck duellieren sich Venetia Jennifer (Gemeinsam Jeck) und Harald Franz (Ersatzmann für Prinz Siegfried) mit Venetia Alina und Prinz Christian III (Düsseldorfer Prinzenpaar). "Minigolf macht genauso viel Spaß wie Prinzessin sein", findet Venetia Jennifer. Der Spaß steht bei dem Turnier für die meisten auch im Vordergrund.

Schon zum dritten Mal veranstaltet der Verein zum Sommerfest sein Minigolfturnier. Und mit jedem Jahr werden es mehr Teilnehmer. Dieses Jahr gibt es 21 Mannschaften, 14 davon kommen aus Karnevalsvereinen wie den Unterrather Funken, den Närrischen Marktfrauen oder den Weißfräcken. Die anderen Teams werden aus Unterstützern und Sponsoren gebildet.

Präsident Thomas Schilder freut sich über die tolle Aufnahme des Vereins in der Karnevalswelt. "Wir haben uns einen kleinen Nischenplatz erobert. Wir wollen nicht besonders sein, aber mitmachen dürfen." Ein wenig besonders ist die KG Gemeinsam Jeck aber doch. Bei ihnen feiern Menschen mit und ohne Behinderung zusammen. Von den 110 Mitgliedern haben 40 Prozent eine Behinderung. "Es sollte normal sein, zusammen zu feiern", findet Schilder. Die Vereinskleidung ist eher schlicht. Am liebsten tragen die Mitglieder lustige T-Shirts. "Wir wollen eine eigene Identität im Verein schaffen, nicht andere kopieren. Das würde auch nicht zu uns passen", berichtet Schilder.

Da viele der Menschen mit Behinderung nur wenig Geld verdienen, ist der Jahresbeitrag gering. Die Karten für ihre große Karnevalssitzung bekommen Mitglieder vergünstigt. Sponsoren sind dabei sehr wichtig. "Ohne Unterstützer könnte der Verein nicht leben", sagt der Präsident. Natürlich hat der Verein auch ein eigenes Prinzenpaar. Für Ex-Venetia Susanne Herbertz war direkt nach Vereinsgründung im Jahr 2014 klar: Ich werde Venetia. Herbertz war so begeistert von ihrer Rolle, dass sie ihre Orden gar nicht mehr ablegen wollte. Selbst bei ihrer Arbeit in der Tierhaltung der WfaA behielt die 50-Jährige sie an. "Die waren ganz schön schwer am Hals", sagt sie lachend. Auch der neue Prinz Siegfried Rosenberg ist begeistert. "Das macht Spaß. Jeder sollte einmal im Leben Prinz oder Venetia werden."Ihm gefällt ihm das Gemeinschaftsgefühl. "Der monatliche Stammtisch ist toll."

Der Erlös wird für den Vereinszweck verwendet: Menschen mit und ohne Behinderung feiern gemeinsam Karneval.

Quelle: RP
 
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