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Bilk
Neuer Name für Platz über Wehrhahn-Linie

Bilk. Noch fehlt es an Leben auf dem Platz. Grüner in der Bezirksvertretung 3 plädiert für Sitzgelegenheiten.

Die Bauarbeiten sind abgeschlossen, die Bäume sind gepflanzt, der Rollrasen ist festgewachsen: Der Platz vor dem Einkaufszentrum Düsseldorf Bilk Arkaden ist fertig und wertet den Stadtteil auf. Nur einen Namen hatte der große Platz noch nicht. Das hat sich vor kurzem geändert. In der Mitte des Platzes steht nun ein Straßenschild mit dem Schriftzug "Bilker Pferdetränke". Der etwas rustikal klingelnde Name hat eine historische Bedeutung. Nur weniger Meter weiter nämlich stand im 19. Jahrhundert eine echte Pferdetränke, an der sich mancher Gaul mit Wasser stärkte.

Maßgeblich an der Namensgebung beteiligt war Jürgen Striewe. Der ehemalige Bilker mit jetzigem Wohnsitz Hilden ahnte vor einigen Jahren, dass der echte Brunnen noch existiert und spürte ihn tatsächlich auf einem Bauernhof in Kaiserswerth auf. Nach einigen Restaurierungsmaßnahmen konnte die Bezirksregierung den Brunnen wieder in Bilk aufstellen. Hilfe kam vom Offizierskorps der Schützenbrüderschaft St. Sebastianus, der die Patenschaft für den Brunnen übernahm und nun für die Instandhaltung zuständig ist. Der alte Brunnen bildet nun mit dem nur wenige Meter entfernt stehendem Straßenschild ein schönes Duo.

Es dient allerdings ausschließlich der Erinnerung an die Geschichte. Weder Anwohner noch Restaurants, Supermärkte oder Einkaufszentrum müssen sich an eine neue Adresse gewöhnen. Eine Anschrift mit dem Straßennamen "Bilker Pferdetränke" gebe es nicht, teilt die Stadtverwaltung Düsseldorf mit. Für alle, die an der Adresse Friedrich-, Elisabethstraße oder Aachener Straße wohnen oder arbeiten, ändert sich nichts.

Ändern sollte sich nach Meinung von Thorsten Graeßner, Mitglied der Grünen in der Bezirksvertretung 3, jedoch etwas am Zustand auf dem Platz, der keinerlei Sitzgelegenheiten biete. Die Stadt hatte bereits vor einem Jahr abgelehnt, dort Bänke aufzustellen, um nicht die "Trinker-Szene", die aktuell an der Unterführung des S-Bahnhofes anzutreffen ist, anzulocken. "Hier den Bürgern jegliche Möglichkeit vorzuenthalten, sich mal auszuruhen, überhaupt den Platz mit Leben zu füllen, das kann es ja nun auch nicht sein", sagt Graeßner. Nichts spreche dagegen, zumindest einen temporär angelegten Test durchzuführen, sollte sich das entsprechende Klientel tatsächlich dort einfinden, könne man immer noch abbrechen. "Ohnehin sollten die Bürger enger in die Planung einbezogen werden und Ideen für eine lebendigere Platzgestaltung beisteuern dürfen", sagt Graeßner.

(lod/arc)
 
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