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Bilk
Sozial-Kaufhaus braucht jetzt selbst Hilfe

Bilk. Die Caritas-Einrichtung sucht dringend gut erhaltene Möbel und generell Hausrat vor allem für die Erstausstattung von Wohnungen für Flüchtlinge. Da ein Investor das Grundstück in Bilk gekauft hat, braucht man auch ein neues Areal. Von Semiha Ünlü

Eigentlich ist das Kaufhaus Wertvoll an der Völklinger Straße als wichtige Anlaufstelle für Düsseldorfer bekannt, die Hilfe brauchen. Düsseldorfer mit geringem Einkommen finden dort zum Beispiel Kleidung, Möbel, Elektrogeräte oder auch Fahrräder aus zweiter Hand, teilweise sogar Neuware zu einem sehr günstigen und fairen Preis. Langzeitarbeitlose bekommen dort in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter wieder die Chance zu arbeiten, etwa in der hauseigenen Schreinerei. Dort kümmert man sich zum Beispiel um die Erstausstattung von Wohnungen für Flüchtlinge, repariert und maßschneidert dafür Möbel und anderen Hausrat aus Haushaltsauflösungen und -entrümpelungen oder baut Möbel-Spenden eines Einrichtungshauses zusammen. Doch die Nachfrage nach Möbeln und Hausrat übersteigt zurzeit die Kapazitäten der Caritas-Einrichtung: Daher hofft das 75-köpfige Team jetzt selbst auf Unterstützung.

Allein die Zahl der Flüchtlinge, denen die Erstausstattung einer Wohnung bewilligt wurde, habe sich seit dem vergangenen Jahr nahezu verdoppelt, sagt Diplom-Sozialpädagogin Bettina Stotko. "Wir brauchen eigentlich alles: Möbel, Schränke, Betten, Tische, Stühle, aber auch Elektrogeräte", sagt der technische Anleiter Ralf Simonett. Es gebe zwar immer wieder Spenden von Möbeln und Hausrat, doch die Qualität habe sehr nachgelassen, sagt Simonett. Oft würden Möbel angeboten, die so verschmutzt, abgenutzt und verwohnt seien, dass sie unbrauchbar seien. "Viele Menschen denken, dass für Flüchtlinge alles angenommen wird. Doch wir wollen den Menschen ja ein Zuhause einrichten", sagt Bettina Stotko.

Wer sich im Verkaufsgeschäft an der Völklinger Straße direkt neben der gleichnamigen S-Bahn-Station umsieht, sieht viele Zettel mit "Verkauft". Zum Beispiel an einer Küche, die früher in der WDR-Sendung "Daheim und unterwegs" genutzt wurde und abgegeben wurde, weil der Sender aus dem Medienhafen wegzieht. Das ist ein anderes Problem des Sozial-Kaufhauses, das 2012 gegründet worden war: Es hat keinen Lagerraum. "Wir würden uns deswegen freuen, wenn man uns im Umkreis von ein paar Kilometern zum Beispiel Geschäfte, die ohnehin leerstehen, überlässt", sagt Ralf Simonett. Das habe in einem Geschäft an der Klosterstraße in der Innenstadt vor ein paar Monaten gut geklappt.

Und für das Non-Profit-Verkaufsgeschäft mit seinen Werkstätten braucht man sogar einen neuen Standort. "Ein Investor hat das Grundstück hier gekauft, um wahrscheinlich einen Wohnpark zu bauen. Jetzt suchen wir ein gut 1000 Quadratmeter großes Grundstück, das verkehrstechnisch gut angebunden ist", sagt Ralf Simonett. Auch dabei hofft man auf Hilfe.

Quelle: RP
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