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Bilk/Friedrichstadt
Studenten übersetzen US-Autorin

Bilk/Friedrichstadt. Ein ganzes Jahr Arbeit hat eine Gruppe Studenten in die deutsche Übersetzung und das Verlegen eines Werkes der amerikanischen Autorin Autumn Doughton investiert. Vor dem Studien-Ende können sie ein fertiges Projekt vorweisen. Von Nicole Peters

Ihr außergewöhnliches Engagement umschrieb Christopher Bischoff mit einem Augenzwinkern. "Wir sind ein bisschen ein Sonderfall", sagte er, "normalerweise bewerben sich Absolventen nach ihrem Studium mit einem Original-Titel bei einem Verlag, um den Auftrag für die Übersetzung zu erhalten." Die fünf Studenten Hanna Fliedner, Hoda Istan, Sandra Fuertes Romero, Jana Wahrendorff und Christopher Bischoff des Master-Studienganges Literaturübersetzen haben dagegen bereits während des Studiums an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf das Buch "In This Moment" der amerikanischen Autorin Autumn Doughton ins Deutsche übersetzt, lektoriert, das Layout erstellt, Marketing betrieben und verlegt.

Äußerst stolz sind sie darauf, dass ihr Werk jetzt frisch in Romeros eigenem Maibook-Verlag erschienen ist. Sie war aus Gesundheitsgründen beim Besuch nicht dabei. Für Jana Wahrendorff, die in Friedrichstadt lebt, ging mit der Fertigstellung ein langgehegter Traum in Erfüllung. "Schon in der Schule hat sich mein Studienwunsch herauskristallisiert", erzählte sie, "ich habe mich damals vor allem für Englisch und Latein begeistert und nach dem Abitur einen zweiwöchigen Intensiv-Kurs in Spanisch belegt." Zusammen mit ihrer Liebe zu Büchern brachte sie so beste Voraussetzungen für den Bachelor-Studiengang "Anglistik und Romanistik" an der Düsseldorfer Uni mit. Inzwischen steht für sie als nächstes - so wie bei den vier anderen Studenten auch - die Masterarbeit an. Für eine eigene Übersetzung hatten sich die fünf zum "Littra"-Übersetzer-Kollektiv zusammengetan, nach geeigneter Literatur gesucht und sich für die amerikanische Autorin begeistert. "Auch Autumn Doughton war direkt Feuer und Flamme, als wir ihr unser nicht ganz so konventionelles Konzept vorstellten", erinnerte sich Jana Wahrendorff, "nach Aushandlung der Vertragsbedingungen hat sie uns mit vielen Informationen und Fotos von dem Campus, wie sie sich ihn in ihrem Buch vorstellt, versorgt, und wir haben Übersetzungsvorschläge mit ihr besprochen." Ein Jahr haben sich Hanna Fliedner, die in Bilk wohnt, Hoda Istan, Jana Wahrendorff, und Christopher Bischoff Zeit für die Übersetzung genommen. Einer "wunderbar mitreißenden Geschichte über Freundschaft, Liebe und die Suche nach sich selbst", wie es heißt. Jeden Satz hätten sie im Anschluss an das separate Arbeiten zusammen durchgesprochen, betonen die vier, und somit eine einheitliche Linie hineingebracht.

In Zukunft wollen sie eher allein oder zu zweit den Text erstellen und sich innerhalb von "Littra" austauschen. In der Gruppe sei man einfacher kreativer, bekräftigte Jana Wahrendorff, und diese Arbeitsweise seien sie zudem aus ihren Seminaren an der Universität gewöhnt.

Für ihr Studium bedeutet das außergewöhnliche Übersetzer-Projekt jetzt auch, dass sie länger brauchen, als es die Regelstudienzeit von vier Semestern vorsieht. So eine Chance wollten sie damals allerdings nicht ausschlagen und alle fünf sind froh, dass sie sie genutzt haben. Jana Wahrendorff befindet sich im sechsten Semester und hat - so wie ihre ähnlich weit im Studium fortgeschrittenen vier Freunde - ein halbes Jahr lang Zeit, ihre Masterarbeit zu schreiben.

Quelle: RP
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