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Bilk
Südpark-Anwohner wehren sich gegen Busbahnhof

Bilk. Die Bürger, die vor 13 Jahren erfolgreich gegen den Bahnhof gekämpft haben, sind wieder aktiv. Von Christian Herrendorf

Der gemeinsame Einsatz für das eigene Viertel hat sie vor 13 Jahren zusammengeschweißt. Wie stark das Band der Bürger, die an der und rund um die Christophstraße wohnen, auch heute noch ist, erfahren nun die Verkehrspolitiker. "Die Stoffeler", wie sich die Gruppe nennt, haben nun erklärt, dass sie einen Umzug des Busbahnhofs zum Südpark ablehnen - und sie bringen die passende Erfahrung für die Auseinandersetzung mit.

2003 plante die Stadt schon einmal, den Busbahnhof vom Worringer Platz an den Standort neben der Heinrich-Heine-Universität zu verlagern. Damals sammelte die Bürgerinitiative deutlich mehr als die für ein Bürgerbegehren erforderlichen 13.500 Unterschriften. Als sie diese öffentlichkeitswirksam im Rathaus überreichten, verschwand das Projekt von der Tagesordnung, weil die Verantwortlichen die berechtigte Sorge hatten, dass die Betroffenen mit dem Bürgerbegehren Erfolg haben könnten. Daraufhin wurde nach längerem Hin und Her der heutige Busbahnhof an der Worringer Straße für rund 1,5 Millionen Euro geschaffen.

Eben dort haben Verkehrspolitiker nun Probleme ausgemacht und deshalb einstimmig beschlossen, dass die Verwaltung mögliche neue Standorte prüfen soll. An der Worringer Straße herrschten regelmäßig chaotische und bisweilen gefährliche Zustände, außerdem seien die Straßen im Umfeld durch mehr als 100 Busse pro Tag stark gefüllt, heißt es. Der mögliche neue Platz soll daher nah an Autobahnen sein sowie eine gute ÖPNV-Anbindung zum Hauptbahnhof besitzen. Beides trifft auf den Park-and-Ride-Platz am Südpark zu, deshalb gilt dieser bei vielen Entscheidern als Favorit.

"Die Stoffeler" hatten das Thema schon auf der Tagesordnung des zuständigen Ausschusses entdeckt und konnten zunächst gar nicht glauben, dass die Stadt diesen Versuch noch einmal unternimmt. Seit ihrem erfolgreichen Engagement treffen sich die Bürger einmal im Monat bei ihrem Stammtisch, feiern im Sommer ihr Straßenfest auf der Wiese über dem A46-Tunnel und beteiligen sich regelmäßig am Dreck-weg-Tag. Der Kern der Truppe war also sofort alarmiert, als die Entscheidung fiel, einen Umzug zu prüfen. "Wir wussten, wir müssen wieder ins Thema einsteigen, denn so ein Gut-Achten wird mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Schlecht-Achten für uns", sagt Jörg Forssmann.

Im Vergleich zu 2003 hat sich aus Sicht der Betroffenen nichts an den Bedenken geändert, vielmehr haben sich ihre Gegenargumente noch verschärft. Der Busreise-Markt ist liberalisiert worden und boomt deshalb, folglich würden die Umweltbelastungen für die "Grüne Lunge" zwischen Bilk und Wersten noch höher ausfallen als früher. Da die Universität und die Uni-Kliniken inzwischen expandiert haben, sind die Verkehrsprobleme im Viertel auch so schon gewachsen. Der Nahverkehr sei zwar verbessert worden, der Anschluss an den Regionalverkehr fehle aber immer noch. Aus diesen Gründen spricht für die "Stoffeler" alles dafür, den jetzigen Standort an der Worringer Straße zu optimieren, der inzwischen Eigentum der Stadt geworden ist.

Die Bürgerinitiative hofft, mit ihren Einwänden schnell Gehör zu finden. Denn der Busbahnhof ist wahrlich nicht das einzige Problem in dem Viertel, in dem viele Autofahrer Parkplätze suchen oder belegen und in dem es keine vernünftige Nahversorgung gibt.

Quelle: RP
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