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Bilk
Tüftler treffen sich in Bilk zum Tüfteln

Bilk: Tüftler treffen sich in Bilk zum Tüfteln
Victor Persien rundet im GarageLab seine Regalböden ab. Angefangen hat alles mit dem Schwerpunkt 3D-Druck. FOTO: Andreas Bretz
Bilk. Im GarageLab können Bastler technische und handwerkliche Projekte umsetzen. Auch eine Fisch- und Pflanzenzucht ist dabei. Von Christiane Kreder

Schon wenn man auf den Hof des Coworking Space Garage Bilk kommt, ist das Dröhnen der Kreissäge kaum zu überhören. Ein paar Schritte weiter sieht man ein kleines erleuchtetes Fenster. Dahinter liegen der Elektronik- und der 3D-Druck-Bereich, das Herzstück des Vereins GarageLab. Während die Räume unter der Woche von wenigen Tüftlern bevölkert werden, ist der Andrang heute besonders groß.

Holger Prang ist Kassierer des Vereins GarageLab und natürlich selbst ein begeisterter Tüftler. FOTO: Andreas Bretz

Denn mit dem "FabLab" lädt der Verein zum offenen Bastelabend ein. Wer schon immer einmal eine Idee technisch umsetzen wollte oder an seinem Projekt verzweifelt, findet hier Hilfe und ausreichend Werkzeuge. Das wollen viele nutzen: Knapp zehn Leute stehen verteilt um den großen Holztisch und unterhalten sich über Widerstände, Schaltungen und Glühbirnen, die man mit dem Smartphone steuert. Kaum hörbar summt in der Ecke der 3D-Drucker vor sich hin. Davor hat sich eine Traube Schaulustiger gebildet. "Da entsteht gerade die Halterung für meine neue Wohnzimmerlampe. Den Kasten dazu muss ich nachher noch sägen", erklärt Holger Prang, Kassierer des Vereins. Das dazugehörige Lampengestell aus PET-Flaschen hat er bereits fertiggestellt, erzählt er.

Seit 2011 können Bastler im GarageLab ihre technischen und handwerklichen Projekte umsetzen. Angefangen mit dem Schwerpunkt 3D-Druck kamen nach und nach auch der Bereich Elektronik und die analoge Werkstatt für Holzverarbeitung hinzu. Der Kreativität der Tüftler sind keine Grenzen gesetzt. "Eines der neuesten Projekte, "Aquaponik", besteht zum Beispiel aus einem Tank mit einer symbiotischen Fisch- und Pflanzenzucht. Daran arbeiten zurzeit vier bis fünf Leute", sagt Prang. Er gehört seit 2012 zum GarageLab und hat schon Projekte wie vollständig druckbare Windkraftanlagen oder Wasser-Raketen-Fahrzeuge verwirklicht. "Ich erfinde halt Sachen. Und das Spannende daran ist immer, ob die Idee, die man im Kopf hat, am Ende auch funktioniert", sagt er.

Die Begeisterung für technische Arbeiten hält sich bei den übrigen 60 Vereinsmitgliedern und auch bei den Neulingen allerdings in Grenzen. Hier punktet eher die klassische Holzverarbeitung. "Zurzeit sind das bestimmt die Hälfte der Besucher. Für die meisten Projekte sind aber alle drei Bereiche wichtig. Am Anfang der Idee steht die Visualisierung und oft der 3D-Druck, dann kommt meist die Elektronik, und für das Gehäuse geht man in die analoge Werkstatt", sagt der 44-Jährige. Auch Malte Stamm aus Wersten will am liebsten mit Holz arbeiten. "Ich bin Modellbauer und leidenschaftlicher Bastler. Privat habe ich aber einfach keinen Platz und natürlich auch nicht die Maschinen", sagt der 43-Jährige. Beim FabLab will sich Malte Stamm daher zuallererst die Werkstatt anschauen. Ein paar Ideen, wie selbstgebaute Aufbewahrungskisten, hat er ebenfalls bereits mitgebracht. "Letztens hatte ich aber auch schon vor, mir mal eine Werkzeugkiste aus einer Europalette zu bauen", so Stamm. Nun ist er wie die meisten Besucher aber erst einmal da, um sich umzusehen und sich Anregungen zu holen.

Ein fertiges Projekt gibt es am Ende aber doch noch. Während die letzten Besucher langsam vom Garagenhof schlendern, dröhnt aus der analogen Werkstatt wieder die Kreissäge. Mit der fertigen Lampenhalterung in der Tasche fehlt Holger Prang nur noch sein Gehäuse. Dann ist seine Wohnzimmerlampe aus PET-Flaschen endlich fertig.

Quelle: RP
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