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Stau in Düsseldorf
Verwirrung um Navi-Hinweise zum Südring

Stau in Düsseldorf: Verwirrung um Navi-Hinweise zum Südring
Werden Lkw per TMC gezielt über den Südring gelotst? Die Bürgerinitiative ist wegen unterschiedlicher Aussagen darüber frustriert. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf-Bilk. Lenkt die Stadt Düsseldorf Verkehrsteilnehmer per Navigations-Anweisung gezielt über den Südring und befeuert damit das Stau-Problem? Aus dem zuständigen Amt kommen dazu offenbar unterschiedliche Aussagen. Die Bürgerinitiative "Staufreier Südring" reagiert frustriert. Von Ludwig Krause

Das Verwirrspiel um den Lkw-Verkehr am Südring setzt sich fort: "Wir geben per TMC Informationen über Staus und Störungen weiter, nicht über ein Lkw-Vorrangnetz", sagte Amtsleiterin Andrea Blome vergangene Woche - und widersprach damit dem Kenntnisstand der Bürgerinitiative "Staufreier Südring" (SFS). Deren Vertreter sagen, sie hätten während eines Gesprächstermins am 9. März von Amtsvertretern die Information erhalten, dass die Stadt die Angabe "kürzere Strecke Südring" per TMC an die Navigationsgeräte verschickt. "Das kann ich so nicht bestätigen", sagte Blome.

TMC steht für "Traffic Message Channel". Dabei werden Verkehrsinformationen zum Radioprogramm übertragen. Das Navigationsgerät empfängt die Meldungen, daraufhin berechnet das Gerät eine mögliche schnellere Route.

Initiative "Staufreier Südring" ist frustriert

Bei der Initiative reagiert man frustriert wegen des Dementis der Amtsleiterin - habe man doch extra ein Protokoll der Sitzung angelegt und dem Amt für Verkehrsmanagement zugeschickt. "Das Amt 66 hatte mehr als vier Wochen Zeit, das Protokoll zu prüfen und gegebenenfalls Änderungshinweise geltend zu machen, was nachweisbar nicht geschah", sagt Jürgen Borrmann, Sprecher der Initiative.

Nun hätte man die Irritationen ausräumen können, auf Anfrage unserer Redaktion zum Sachverhalt reagierte das Amt für Verkehrsmanagement gestern aber nicht.

Neben den Angehörigen der Kooperationsgemeinschaft waren beim Termin am 9. März auch Verkehrsdezernent Stephan Keller, Ralf Poppenborg und Lutz Schwarz vom Amt 66, das Grünen-Landtagsmitglied Stefan Engstfeld, Wolfgang Müller von der Bezirksvertretung 3 und CDU-Ratsherr Stefan Wiedon anwesend. Im Protokoll heißt es: "Sowohl Verkehrsexperten (R. Poppenborg, L. Schwarz) wie auch Politiker und Stadt (W. Müller, Dr. Keller), gaben auf SFS-Rückfrage an, dass es vom Amt, Politik und Stadt gewollt ist, dass Lkw statt der längeren Strecke über die Autobahn, die kürzere Strecke über den Südring nehmen sollen. Laut Herrn Poppenborg, würde die Angabe ,kürzere Strecke Südring' auch an die Navigationsgeräte über TMC-Code von der Stadt weitergegeben." Auswertungen hätten ergeben, dass die Lkw über die Südbrücke ihr Ziel direkt und schneller anfahren, als über die Autobahn. Der kürzere Fahrweg über den Südring sei auch aus ökologischer Sicht gewollt.

Das Ziel: Verkehrsberuhigung

Vielleicht hat die Bürgerinitiative auch einfach nur etwas falsch verstanden? Dagegen spricht: Auch Grünen-Politiker und Landtagsabgeordneter Stefan Engstfeld bestätigt aus seiner Erinnerung heraus, dass die Aussagen zu der Informationsweitergabe an Navigationsgeräte so getroffen worden seien.

Die sich widersprechenden Aussagen von Amtsleiterin Blome auf der einen und Vertretern des Amts auf der anderen Seite sorgen für Verwirrung und Frust bei der Bürgerinitiative, die für eine Verkehrsberuhigung kämpft. "Es wäre hilfreich, wenn sich die Zuständigkeiten auf verbindliche, zutreffende und fachlich kompetente Einlassungen verständigen könnten", sagt Jürgen Borrmann. "Stattdessen erleben die ehrenamtlich engagierte Bürgerschaft und die ehrenamtlich tätigen Kommunalpolitiker in Sachen Südring häufiger eine uneinheitlich auftretende Stadtverwaltung."

Quelle: RP
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