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Bilk
Weitermachen - auch nach zwei Einbrüchen

Bilk. Die Carmona-Schwestern lassen sich nicht entmutigen. "Wir müssen einen hohen Marktwert haben", scherzen sie über die Laden-Diebstähle. Von Semiha Ünlü

Knapp vier Wochen nach dem Einbruch in das Mode-Geschäft der Carmona-Schwestern sind die Regale und Kleiderbügel an der Brunnenstraße wieder aufgefüllt und die Ankleidepuppen angezogen. Doch nur auf den ersten Blick scheint alles wieder so zu sein wie vor der Nacht zum 18. Februar, als Diebe in das Geschäft eindrangen, mehr als 130 handgefertigte Kleidungsstücke im Wert von circa 40.000 Euro aus den Regalen und von den Kleiderbügeln rissen und damit verschwanden. "Wir nähen in unserem Atelier von morgens bis abends, auch eine freiberufliche Näherin hilft uns", sagt Margarita Carmona. Bislang haben sie knapp 80 Kleidungsstücke fertig geschneidert. Ein Aufkleber an der Eingangstür weist auf die neue Alarmanlage hin. "Bald will unser Hauseigentümer auch ein Gitter vor der Tür anbringen", sagt Isabel Carmona.

Bereits im Juni waren die Carmona-Zwillinge, die 18 Jahre lang ihr Geschäft an der Königsallee geführt hatten, Opfer eines Laden-Diebstahls: Damals nahmen die Einbrecher Computer und die Kasse mit. An der Kleidung zeigten sie aber kein Interesse. "Das hat uns fast schon ein bisschen gekränkt, dass sich die Diebe nicht für unsere Mode, die aus Unikaten besteht, interessierten", scherzt Margarita Carmona.

Zwei Einbrüche in so kurzer Zeit - das sei schon bitter gewesen, sagen die Schwestern, die vor vielen Jahren aus Spanien nach Düsseldorf ausgewandert waren. Nach dem zweiten Einbruch habe es einen Moment gegeben, an dem sie ans Aufhören gedacht hätten: "Der Einbruch war ein Schock für uns. Wir hatten gerade erst unsere Frühjahrsmode eingeräumt und den Laden dekoriert. Da hat so viel Arbeit drin gesteckt", sagt Isabel Carmona. Fast zwei Wochen habe das Geschäft praktisch leer gestanden. Zu verkaufen habe es nichts gegeben, was zu einer weiteren finanziellen Einbuße geführt habe. Doch entmutigen lassen wollen sich die Schwestern nicht. "Unsere Kunden wollen uns nicht traurig sehen: Sie wollen herkommen und die fröhlichen Carmona-Schwestern sehen", sagt Isabel Carmona und lacht. "Wir haben anscheinend einen hohen Marktwert, wenn die Diebe bei uns gleich zweimal vorbeischauen", scherzt ihre Schwester.

Die Carmona-Schwestern gehören zu den Opfern einer Serie von Mode-Diebstählen. So waren zum Beispiel erst vor wenigen Wochen Diebe an der Kö beim Herren- und Damenausstatter C. Wirschke und auch beim traditionsreichen Schuhhaus Salvatore Ferragamo eingebrochen.

"Wir glauben nicht, dass unser Fall aufgeklärt wird und wir unsere Mode zurückbekommen. Im Moment sollen Banden ja unterwegs sein, die Mode stehlen, sie dann direkt ins Ausland schaffen und dort verkaufen", sagt Margarita Carmona.

Aufgeben kommt für die Schwestern aber nicht infrage. "Wir werden weitermachen. Wir sind Optimisten!", sagt Isabel Carmona. Jeden Tag würden sie bis zu vier Kleidungsstücke schneidern. "Bis zur Präsentation unserer Frühjahrskollektion am 7. April ist noch viel zu tun, aber wir werden es schaffen", sagt Margarita Carmona.

Und die beiden Schwestern gewinnen dem Diebstahl sogar noch etwas Positives ab: Jetzt hätten sie die Chance, ihre kreativen Ideen noch mal zu überdenken und zu verbessern.

Quelle: RP
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