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Bilk
Wo die Magie zu Hause ist

Bilk. In Wolfgang Sommers Zauberschule lassen sich auch schon mal Lehrer Tricks für den Unterricht zeigen. Von Nicole Esch

Münzen werden aus der Luft geholt und verschwinden wieder. Häschen aus Schaumstoff vermehren sich unsichtbar in einer Hand. Die Zauberer und Schüler der Düsseldorfer Zauberschule haben sichtlich Spaß daran, ihre Kunststücke zu demonstrieren. Die Freunde der Zauberkunst trafen sich nun in Bilk, um das zehnjährige Bestehen von Wolfgang Sommers Zauberschule zu feiern. Auf der Bühne hatten sie die Möglichkeit ihr Können zu präsentieren und den Zuschauer in Staunen zu versetzen.

Schon als Jugendlicher interessierte sich Sommer für die Magie und ist bis jetzt dabei geblieben. "Allerdings war es schwierig, in die Zauberei einzusteigen, da die älteren Zauberer ihre Geheimnisse für sich behielten", erinnert er sich. Der 70-Jährige hingegen freut sich, sein Wissen mit anderen teilen zu können. In verschiedenen Kursen bringt der deutsche Meister der Zauberei Interessierten Bühnenmagie und Tischzauber bei. "Nach einem Jahr kann man gut sein, wenn man fleißig übt. Aber daran hapert es oft", erzählt er. Einige können von der Magie leben. Andere nutzen ihr neues Wissen im Beruf. Es gibt etwa Lehrer, die ihren Unterricht mit Zauberei auflockern, sagt Claudius Schmitz, ein ehemaliger Schüler. Er selbst ist Hochschullehrer und wird häufig gebeten, etwas zu demonstrieren. Lothar Seiwert, der Co-Autor von "Simplify your life", ist ein Freund von Schmitz. Wenn die beiden sich treffen, fragt dieser immer nach neuen Tricks. "Das ärgert mich ein wenig, aber dafür hält er mich beim Abendessen frei", sagt der 58-Jährige. Die Zauberschule besucht er immer noch regelmäßig, denn dort fühlt er sich zu Hause.

Die Zauberszene entwickelt sich gut, findet Sommers. Es gibt viel Nachwuchs. Dafür sorgt auch Markus Decker, der seit vier Jahren die Schule besucht. Vor wenigen Tagen hat er eine Tochter bekommen. "Das war mein größter Trick", sagt er. Das Interesse an Magie bei Jugendlichen liege auch an Büchern oder Filmen wie Harry Potter und der Herr der Ringe, meint Schmitz. Seine Erfahrung zeigt ihm, dass gerade Jungen die Zauberkunst als Mittel sehen "um den Mädels zu imponieren". Überhaupt sei die Zauberei immer noch eher eine Männersache, die auch kostspielig sein könne. "Wenn die Frauen wüssten, wieviel Geld ihre Männer im Zaubershop lassen", sagt Schmitz.

Quelle: RP
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