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Carlstadt
Carlsplatz: Läden könnten Tankstelle ersetzen

Carlstadt: Carlsplatz: Läden könnten Tankstelle ersetzen
Anwohner und Pendler nutzen die Tankstelle am Carlsplatz. Doch deren Tage sind gezählt. Möglicherweise entstehen hier neue Läden. FOTO: Andreas Endermann
Carlstadt. Zu wenig Frequenz, zu hohe Kosten für die Sanierung der Waschanlage: Tankstellen-Pächter Torsten Bursch hört zum Jahresende auf. Von Jörg Janssen

Seit 1968 gehört sie zu den wenigen ihrer Sorte im Herzen der Stadt: die Total-Tankstelle im Parterre des Parkhauses am Carlsplatz. Doch ihre Tage sind gezählt. In zehn Monaten ist Schluss. "Das aus dem Jahr 1968 stammende Konzept ist schon seit zehn Jahren überholt. Die Absatz-Möglichkeiten beim Kraftstoff und bei den Waren aus dem Shop sind verglichen mit Stationen an den großen Ein- und Ausfallstraßen einfach zu gering", sagt Pächter Torsten Bursch, der seit zwei Jahrzehnten am Carlsplatz arbeitet.

Hinzu komme, dass der Abscheider an der Waschanlage seit Monaten defekt sei. Die dafür fällige Investition rentiere sich nicht. "Zumal die Höhe der Anlage mit 1,80 Meter für viele SUV-Fahrzeuge nicht reicht", sagt Bursch.

Ähnlich sieht das der Betreiber der Traditions-Tankstelle, die Total Deutschland GmbH. "Die Unterflurstation am Carlsplatz ist nicht mehr zeitgemäß, die Investitionen wären zu hoch, um die Tankstelle in Zukunft sicher zu betreiben", sagt Firmensprecher Manuel Fuchs.

Die Entscheidung des Total-Konzerns, den Vertrag mit dem Eigentümer, der städtischen Immobilientochter Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz (IDR), nicht zu verlängern, hat Bursch nicht überrascht. Um sich abzusichern, hat der 49-Jährige in Meerbusch bereits eine andere Tankstelle gepachtet. "Traurig" ist Mitarbeiterin Silvia Bakus. "Die Jungs haben hier erstklassige Arbeit geleistet. Und 21 Jahre sind nun mal eine lange Zeit."

Für Oliver Münnich vom IDR-Immobilien-Management bietet das Ende der Tankstellen-Ära die Möglichkeit, ein neues Nutzungskonzept zu erarbeiten. "Der Carlsplatz steht für Gastronomie und Lifestyle", sagt der Experte. "Ergebnisoffen" werde man mit Hilfe von Architekten prüfen, wie man ein sinnvolles Konzept für die kommenden Jahre hinbekomme. "Eine Ladennutzung ist dabei nicht abwegig", sagt Münnich. Bleiben soll auf jeden Fall das Parkhaus, der Bedarf hierfür stehe in der Citylage außer Frage. Vor allem die Anwohner von Alt- und Carlstadt sowie die Pendler, die das Parkhaus nutzen, müssen sich ab 2017 auf weitere Wege zur nächsten Zapfsäule einstellen. Pächter Bursch glaubt nicht, dass das für die meisten ein Problem ist. "Wer hier wohnt, hat oft gar kein Auto, weil er es nicht braucht."

Quelle: RP
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