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Carlstadt
Doris Zehr veredelt jetzt auch Speisen

Carlstadt: Doris Zehr veredelt jetzt auch Speisen
Doris Zehr wohnt auf einem alten Rittergut am Niederrhein, wo die Fotos zu ihrem Kochbuch entstanden sind. Ihre Küche zeigt sie aber nicht. FOTO: Wolfen Schulz
Carlstadt. Die Händlerin, die in der Carlstadt ein Geschäft für Antiquitäten, edles Porzellan, Glas und Silber führt, ist bekannt für ihren Stil und Geschmack. In ihrem Kochbuch zeigt sie nun auch ihr Geschick im Kochen und Food-Styling. Von Semiha Ünlü

Wenn Doris Zehr in ihrem Geschäft in der Carlstadt zwischen edlem Porzellan, hochwertigem Vintage-Schmuck und Mobiliar von der einfachen, unkomplizierten Küche in ihrem Kochbuch spricht, ja dann fällt es einem schwer, zu glauben, dass man das gleiche Verständnis von dieser Art des Essens hat. Umso mehr, wenn man erfährt, dass sie auf einem Renaissance-Wasserschlösschen am Niederrhein lebt und ihr Zuhause schon öfter Kulisse für aufwendige Foto-Shootings war.

Doch die Geschäftsfrau, der vor vielen Jahren ein Coup gelang mit ihrem ganz in Weiß gehaltenen Laden "Gute N8" für Schlafkultur, untertreibt nicht: Die vielen Rezepte auf den mehr als 240 Seiten sind so unprätentiös wie ihre Namen. Da gibt es "Thunfisch mit Sesam-Kichererbsen-Mus", "Lauch und Lachs mit schwarzen Linsen" oder "Armer Ritter", also in Milch und Eiern geschwenkte und in Butter gebratene Weißbrotscheiben. Sie sind natürlich auch eine Anspielung auf den Ort, an dem Zehr ihre vielen Rezepte ausprobierte, verfeinerte und dann für ihr Kochbuch in Szene setzen ließ: ein mehr als 750 Jahre altes Rittergut. Daher auch der Name ihres Buches "Leben und Speisen auf einem Rittersitz: Von Prinzessböhnchen und armen Rittern".

Ein einfaches Gurkensüppchen aus Kefir, kunstvoll arrangiert mit edlem Porzellan und Kräutern. FOTO: NN

Doch so einfach es ist, an die Zutaten für die Rezepte zu kommen und sie zu kochen, so kunstvoll ist das Arrangement der Speisen. Da setzt Zehr ein einfaches, kaltes Gurkensüppchen aus Kefir mit edlem Porzellan, Kräutern und essbaren Blumen in Szene. Es gibt gestärkte Tischdecken aus hochwertigem weißen Leinen zu sehen, kostbares Silber und Gläser, die ihr Freund Wolfen Schulz in Bildern festgehalten hat. 20 Shootings habe man gebraucht, um ohne künstliche Hilfsmittel wie Sprays oder Rasierschaum die Speisen und Getränke so kunstvoll aussehen zu lassen.

"Kochen ist meine Meditation, andere Menschen gehen zum Yoga", sagt Zehr, die keine ausgebildete Köchin ist, von ihren Freunden aber gerne als "Zauberin" mit einem Kochlöffel als Zauberstab bezeichnet wird. Die Rezepte, mit denen sie durch die Jahreszeiten und auch Länder wie die Türkei "reist", sind nicht nur Eigenkreationen. Sie sind zum Teil auch eine Hommage an die Kochkünste von Freunden oder denen von (Sterne-) Köchen in Restaurants, über die sie teilweise in der Einleitung zum jeweiligen Kochleitfaden erzählt.

"Ich will die Leser inspirieren, das Leben zu zelebrieren und eben auch das Kochen und Dekorieren von Speisen und Tafeln", sagt die Geschäftsfrau. Daher taugt das Buch nicht nur als Kochbuch, sondern eben auch als Leitfaden für das sogenannte Food-Styling.

Herausgegeben hat Zehr ihr Buch im Eigenverlag, den sie - wie ihr Geschäft - nach Anna van Neerhave benannt hat, jener flämischen Schlossherrin, die einst hinter Mauern und umgeben von einem Wassergraben dort lebte, wo Zehr heute zu Hause ist und oft, man kann es kaum glauben, an einem Zweiplatten-Herd kocht.

Quelle: RP
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