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Carlstadt
Politik erwägt Verkauf des IDR-Parkhauses

Carlstadt: Politik erwägt Verkauf des IDR-Parkhauses
Das Parkhaus am Carlsplatz gehört der Stadttochter IDR. Viele sehen es als Schandfleck und möchten das Areal anders entwickeln. FOTO: Andreas Bretz
Carlstadt. Die Immobilie der Stadttochter am Carlsplatz könnte 25 Millionen Euro bringen. Auf jeden Fall steht im Erdgeschoss ein Wechsel an: Die Tankstelle geht raus, zu den Interessenten für die Nachfolge gehört ein Küchengeschäft. Von Denisa Richters

Im Portfolio der Stadttochter Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz (IDR) gehört diese Immobilie zu den Umsatzbringern: Das Parkhaus am Carlsplatz ist abgeschrieben und spült im Jahr mehr als eine Million Euro in die Kassen der IDR. Doch die Immobilie steht an einem attraktiven Standort, ohne selbst wirklich attraktiv zu sein. Deshalb gibt es immer wieder Überlegungen, das Parkhaus zu verkaufen und das Areal städtebaulich neu zu entwickeln. Dies umso mehr, als im Erdgeschoss des Gebäudes ein Wechsel ansteht: Der Pächter der Tankstelle geht zum Ende des Jahres raus, über die Nachnutzung ist noch nicht entschieden. Ein Supermarkt war bereits im Rennen, ist dem Vernehmen nach aber wieder raus. Zu den Interessenten soll ein Küchengeschäft gehören.

Doch nach wie vor gibt es Überlegungen, die Immobilie zu verkaufen und das Areal anders zu entwickeln. Bereits vor Jahren hatte die FDP einen Vorschlag gemacht, wie das aussehen könnte: Das Gebäude wird an einen Investor verkauft, der es abreißt und dort Wohnungen baut. Für den Kaufpreis - Experten sprechen von möglichen 20 bis 30 Millionen Euro - soll in der Bunkeranlage unter dem Carlsplatz eine Tiefgarage gebaut und oben eine überdachte Markthalle errichtet werden.

"Das wäre ein spannendes Projekt für die IDR und für die Stadt", sagt FDP-Chefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Denn städtebaulich sei eine oberirdische Garage "antiquiert". So ließe sich der Markt neu gestalten, ein unansehnliches Gebäude würde am Carlsplatz verschwinden, und die IDR könne dennoch Geld mit dem dann unterirdischen Parkhaus verdienen. Falls nicht verkauft wird, wünscht sie sich als Nachmieter für die Tankstelle etwas "Autobezogenes". Andernfalls müsse erst aufwendig umgebaut werden. Tatsächlich sollen die räumlichen Gegebenheiten im Erdgeschoss schwierig sein, weil sie zwar weit in die Tiefe gehen, aber nicht ausreichend Raumhöhe aufweisen.

Bei den großen Parteien ist ein Verkauf durchaus vorstellbar. "Städteplanerisch muss das aber ein großer Wurf sein", sagt Andreas Hartnigk, Vize-Chef der CDU-Fraktion. Er plädiert dafür, außer dem Parkhaus auch Gebäudeteile an der Hohe Straße einzubeziehen. Es gebe "bereits spannende und hochambitionierte Pläne" Düsseldorfer Architekten. Einen Namen will Hartnigk nicht nennen. Zu hören ist aber, dass Christoph Ingenhoven, der die Randbebauung des Gustaf-Gründgens-Platzes (Kö-Bogen II) und für Hochhäuser auf einem IDR-Parkplatz neben dem Rheinturm entworfen hat, auch für diese Stelle der Stadt Ideen entwickelt hat.

SPD-Fraktionschef Markus Raub sind die nicht bekannt, aber auch er sagt: "Ich könnte mir an dieser Stelle etwas anderes vorstellen. Alles ist besser als dieses Parkhaus." Denkbar wäre in den unteren Etagen Gewerbe als Ergänzung zum Markt auf dem Carlsplatz und Wohnen auf den oberen Etagen. Jedoch müsse für die entfallenden Parkplätze Ersatz geschaffen werden. "Parkraum brauchen wir in diesem Bereich der Innenstadt auf jeden Fall."

Raubs Parteifreund Oberbürgermeister Thomas Geisel, der auch Vorsitzender des IDR-Aufsichtsrats ist, betont, sich mit einem möglichen Verkauf des Parkhauses noch nicht befasst zu haben. "Deshalb habe ich mir dazu auch noch keine Meinung gebildet." Er sei aber bekanntermaßen "kein Freund von Ausschließeritis".

Quelle: RP
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