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Carlstadt
Zoff in der Kita an der Mariensäule

Carlstadt. Vorwürfe stehen einige im Raum gegen die Kita, der Träger bearbeitet intensiv die Problematik. Andere Eltern sind dagegen zufrieden. Von Nicole Kampe

Der Rücktritt der Vorsitzenden des Elternbeirats der Kita an der Mariensäule hat bei einigen Eltern für Unruhe gesorgt. "Eine Atmosphäre der Angst und Unterdrückung werden für Kinder, Eltern und Mitarbeiter seitens der Leitung geschaffen. Eine Ohnmacht der Eltern herrscht vor. Die Sorge um unsere Kinder ist groß", sagt eine Mutter, die anonym bleiben will, um ihrem Kind das Leben in der Gruppe nicht schwer zu machen. Entscheidungen der Personalleitung und des Trägers werden kritisiert, Mitarbeiter seien gegangen, das pädagogische Konzept der Einrichtung sei nicht mehr zeitgemäß, finden einige Eltern. Trägerin der Einrichtung ist die katholische Kirchengemeinde St. Lambertus; Stadtdechant Ulrich Hennes hat sofort auf die Vorwürfe reagiert. "Wir hätten natürlich gerne alles in Ruhe besprochen", sagt er, bestreitet aber nicht, dass es eine Konfliktsituation innerhalb der Mitarbeiterschaft gegeben hat, die auf die Eltern übergeschwappt ist. "Wir führen intensive Gespräche mit Eltern und Erziehern", sagt Hennes, Ursachen für die schlechte Stimmung sind ihm aber nicht bekannt. Fast täglich ist der Träger in der Einrichtung, "wir wollen transparent sein", sagt der Stadtdechant, der es nicht ungewöhnlich findet, dass es mal zu Spannungen kommt in einer Kita. "Aber die Auswirkungen sind außergewöhnlich, und die wirken sich sicher auch auf die Kinder aus."

Eine Mutter überlegt, zu wechseln, eine andere hat mit dem Thema abgeschlossen, weil ihr Kind nach den Ferien eingeschult wird. Offen über die Probleme wollte keiner der Eltern sprechen. Es gibt aber auch solche, die sehr zufrieden sind mit der Kita an der Mariensäule. So wie Annette Hermes, die zwar Unstimmigkeiten mitbekommen hat, einige Vorwürfe aber nicht nachvollziehen kann. "Die Kita ist eine katholische Einrichtung, entsprechend ist das Konzept auch so ausgerichtet", sagt Caroline Blome. "Die Kinder sind hilfsbereiter, benehmen sich besser, benutzen keine Schimpfwörter", sagt Blome, die das auch auf die gute Betreuung in der Kita zurückführt. Vielleicht, meint die Mutter, hätte man die Angebote besser nutzen können, zum Beispiel das Atelier, das im Keller geschaffen wurde. Einzig die Kündigungen bedauert Blome, zwei sollen gegangen sein. "Ja, eine Kündigung hat es gegeben", bestätigt Ulrich Hennes. Ein Auszubildender habe zudem seine Lehre abgeschlossen und keine Stelle bekommen. Auch an der Leitung hält der Träger fest, "die mehr als 20 Jahre Erfahrung hat und sehr engagiert ist". Die Anforderungen seien gestiegen, "unsere Leitung bekommt jetzt professionelle Unterstützung", sagt Hennes. Dass aber der Lehrauftrag des Kindergartens kritisiert wird, das kann der Stadtdechant nicht verstehen. "Das ist unser Alleinstellungsmerkmal, und wir tragen das religionspädagogische Konzept voll mit."

Quelle: RP
 
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