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Carlstadt
Zum Essen auf die Straße watscheln

Carlstadt. Auf der Suche nach frischem Gras überqueren Gänse furchtlos die Fahrbahn. Von Holger Lodahl

Rund um Schwanenspiegel und Kaiserteich am Museum K21 leben rund 100 Kanadagänse. Die Tiere verlassen mehrmals am Tag das Ufer und watscheln über die vierspurige Haroldstraße. Dass von der Rheinkniebrücke und aus der Stadtmitte Tausende Autos heransausen, ist dem Federvieh scheinbar gleichgültig. Stoisch und ganz gelassen wackeln die Vögel hintereinander über den Asphalt in Richtung Spee'schen Graben und lassen die Pendler in ihren Autos warten. "Die Gänse wissen, dass es auf der anderen Straßenseiten frisches Gras gibt", sagt Stefan Bröckling vom Düsseldorfer Tiernotruf. Eigentlich könnten die Gänse auch rund um Schwanenspiegel und Kaiserteich ihre Schnäbel ins Grün versenken, aber: "Dort wird gemäht, so dass es einfach nicht genug Gras für alle Gänse gibt", sagt Böckling.

Die Herde überquert die Straße oft ganz geordnet. Meist geht eine Gans voran bis in die Mitte der Fahrbahn. Dort streckt sie den Hals, um eine möglichst gute Aussicht zu haben - als ob der Vogel einen Workshop bei Schülerlotsen absolviert hat. Haben alle Autos angehalten, folgen die anderen Tiere schnatternd und mit Freude auf das Mittagsessen. Von etwaigen Hupen oder Straßenbahngebimmel lassen sich die Gänse nicht irritieren. Überhaupt aber scheinen die Autofahrer und Straßenbahnschaffner geduldig zu sein - was bleibt ihnen auch übrig, als zu warten oder vorsichtig einen Bogen zu fahren.

Fußgänger oder Radler übrigens können auch locker bleiben. "Außer etwas Fauchen oder mal in die Schuhe zwicken machen die Gänse nichts", sagt Tierfachmann Bröckling. Er empfiehlt Passanten, sich das Vogelschaulaufen in Ruhe anzusehen und zu genießen. "Es ist doch schön, dass wir in Düsseldorf so etwas Natürliches sehen können."

Quelle: RP
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