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Pempelfort
"Das ist hier ein fantastisch schöner Ort"

Pempelfort: "Das ist hier ein fantastisch schöner Ort"
Eine Installation des Künstlers Bogomir Ecker wurde gestern in zwei Platanen vor der VHS an der Franklinstraße installiert. FOTO: Schaller,Bernd
Pempelfort. Seit Donnerstag hängt das Kunstwerk von Bogomir Ecker an der Franklinstraße. Zur Eröffnung spricht morgen OB Elbers. Von Christine Zacharias

Ein gewaltiger Hubsteiger war gestern unterhalb der hundertjährigen Platanen vor dem VHS-Gebäude an der Franklinstraße in Aktion. Etwas abseits stand Bogomir Ecker und beobachtete das Geschehen: Denn dort wurden zwölf vogelhausähnliche, knallrote Gebilde von einer Transport-Firma in die Äste von zwei der alten Bäume gehängt.

Das Kunstwerk mit dem Titel "Baum#43" ist Eckers Werk, die Hängung gestern der Auftakt zur Umgestaltung des Platzes zu einer grünen Oase für alle Bürger, für die sich die Bürgerinitiative Pro Franklinstraße seit vier Jahren einsetzt.

Morgen lädt die Gruppe ab 15 Uhr zur offiziellen Vorstellung der Installation auf den Franklinhof. Oberbürgermeister Dirk Elbers wird kommen und ein Grußwort sprechen. Er hatte vor gut drei Jahren den ursprünglich dort geplanten Schulneubau gestoppt und die Initiative aufgefordert, ein Konzept für eine grüne Oase zu erarbeiten. Das haben die Mitglieder von "Pro Franklinstraße" prompt getan, mit der Baumkunst jetzt als erstem Schritt.

Bogomir Ecker wohnt selbst ganz in der Nähe. "Ich hatte von Anfang an große Sympathien für den Einsatz der Gruppe", sagt er. "Das ist ja hier ein fantastisch schöner Ort und eine interessante städtebauliche Situation. Es ist toll, wenn sie es schaffen, einen Stadtteilpark wie in London oder New York anzulegen." Die roten Kästen von "Baum#43" (entsprechend der Hausnummer) hingen schon mal an der Roßstraße, als Auftragswerk für die Kunststiftung NRW.

Denn Ecker realisiert auch sonst vorzugsweise Kunst in Bäumen, etwa im Jenisch-Park in Hamburg, wo er große rote Ohren in Zweige hing, oder in Köln im Skulpturenpark nahe der Zoobrücke. Und jetzt ganz aktuell im Skulpturenpark "Waldfrieden" des scheidenden Kunstakademie-Direktors Tony Cragg in Wuppertal, wo am kommenden Sonntag eine Skulptur von Ecker installiert wird.

"Bäume sind ja fantastische plastische Gebilde und der beste Sockel für Kunst", findet Ecker. Seine "Vogelhäuschen" sind natürlich keine echten, dafür wären sie viel zu überdimensioniert. Sie sollen vielmehr "Irritation beim Betrachter erzeugen" und zugleich das "Spannungsverhältnis zwischen Natur und Technik" beleuchten. Ecker: "Die Dinger sind eigentlich zu nichts nutze." Den Bäumen schaden die Kästen nicht, denn sie sind aus Aluminium, daher sehr leicht, und sie hängen an speziellen Ringen.

Die Stadt habe sich bei der Hängung zuletzt "sehr kooperativ gezeigt", sagt Ecker. "Die Verwaltung übernahm die Kosten sowohl für den Hubsteiger als auch für die Hängung." Das Kunstwerk hat sie offiziell von Ecker ausgeliehen, es soll zwei Jahre am Ort bleiben.

Während Ecker gestern einige Stunden damit beschäftigt war, den Mitarbeitern der Transportfirma die genauen Standorte in den beiden Baukronen zuzuweisen, waren die Gedanken der Mitglieder von "Pro Franklinstraße" schon bei der morgigen Eröffnung. "Wir freuen uns, dass wir jetzt soweit sind. Das ist ein Riesenschritt auf dem Weg zur grünen Oase", sagte Sprecher Arnold Igel. So wird auch die Zusage des Oberbürgermeisters gewertet: Er hatte der Gruppe damals schließlich den Auftrag erteilt.

(RP/ila)
 
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