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Derendorf
Derendorf hofft auf den Campus-Effekt

Derendorf. Im Stadtteil sind die Erwartungen an die Eröffnung der Hochschule groß. Anwohner und Gastronomen hoffen, dass ein Szene-Viertel entsteht. Von Semiha Ünlü

Alexandra Greentree hat sich einen Platz in der ersten Reihe gesichert. Wenn in einigen Monaten die ersten der 9000 Studenten auf den neuen Campus in Derendorf strömen, um Vorlesungen und Seminare zu besuchen, werden viele auch an ihrer "Greentrees"-Juicery gegenüber dem Hauptportal der Hochschule vorbeikommen. "Mit den vielen jungen Leuten kommt der richtige ,Spirit', um aus Derendorf einen Szene-Stadtteil wie Flingern zu machen und die richtigen Leute für ein so junges Geschäftskonzept wie meins", ist sich die Australierin sicher. Sie verkauft an der Münsterstraße seit Oktober Smoothies auch zum Löffeln, frisch und kaltgepresste Getränke sowie Sandwiches.

Rund um den neuen Campus der Hochschule herrscht Aufbruchstimmung. In den vergangenen Monaten haben viele Geschäftsleute wie Alexandra Greentree Cafés und Restaurants eröffnet. Sie alle hoffen auf den Campus-Effekt: Dass mit den Tausenden jungen Menschen, die hier studieren, vielleicht sogar wohnen werden, der Stadtteil zu einem Ausgeh-Viertel wird. Auch Dimitrios Tsantidis und Clemens Henle, die im Juli ihr Café Baustoff an der Rather Straße eröffnet haben, glauben daran. "Die Studenten freuen sich, urban studieren zu können, und wir, dass der Stadtteil neu belebt wird. Hier hat sich in den vergangenen Monaten viel getan!", sagt Henle. Nur einen Katzensprung von ihm entfernt hat das Café "Mrs. Doolittle" eröffnet. Weitere neue Namen vor Ort: das "gattogallo", das Kneipen-Kollektiv "Butze", "It's Beef" und mehrere Bäckereien: Eine wird bald unter dem Namen "Campus-Bäckerei" eröffnen.

Haralabos Mahanidis ist mit seinem Mix aus Bäckerei und Kiosk seit 22 Jahren an der Spichernstraße: "Dass wir hier jetzt so viele neue Läden haben, wird sich hoffentlich herumsprechen und mehr Kunden hierherbringen." Allerdings seien jüngst auch die Mieten für Wohnungen und Lokale gestiegen.

Auch Petra Klinge (25) hat einen Platz in der ersten Reihe. In den vergangenen Jahren war ihr dieser wegen des Baulärms eher leidig, jetzt profitiere sie langsam von ihrer Wohnung an der Münsterstraße: "Es gibt hier jetzt viele nette Cafés, und ich hoffe, es werden mehr! Dann müsste ich zum Ausgehen nicht mehr nach Flingern fahren."

Quelle: RP
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