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Derendorf/Düsseltal
Derendorfer Jonges feiern Mühlentag

Derendorf/Düsseltal. An Pfingsten öffnet der Heimatverein jedes Jahr die Türen der alten Wassermühle an der Mulvanystraße. Bei stark frequentierten Führungen wird die Geschichte und Funktionsweise des 1316 erstmals erwähnten Bauwerks erklärt. Von Sophia Leuchten

Auch in diesem Jahr lockt der nationale Mühlentag am Pfingstmontag wieder zahlreiche Besucher zur Buscher Mühle. Bei sonnigem Wetter sowie Kaffee und Kuchen bietet die Buscher Mühle mit dem Park an der Mulvanystraße ein schönes Ausflugsziel. Lediglich der vorbeiziehende Zugverkehr trügt die Idylle. Die Wassermühle - ehemals auf Derendorfer Boden - befindet sich nach heutigen Stadtteilgrenzen in Düsseltal.

Der Heimatverein der Derendorfer Jonges setzte sich 1979 dafür ein, dass die Mühle durch die Stadt renoviert wurde. Seit 1992 überlässt die Stadt dem Verein auch die Mühle. Zweimal im Jahr laden die Derendorfer Jonges alle Düsseldorfer und Nicht-Düsseldorfer ein, die Buscher Mühle zu besichtigen. Diese ist nur an diesen beiden Terminen öffentlich zugänglich: an Pfingstmontag, dem nationalen Mühlentag, und Ende August beim Familien- und Mühlenfest.

Die Buscher Mühle blickt auf eine lange Geschichte zurück. Erstmals erwähnt wurde sie 1316 als Eigentum der Familie von Pempelfort. Urkundlich erfasster Inhaber war Johannes de Buscho. Entlang der Düssel schmückten früher rund 23 Wassermühlen Düsseldorf und die Umgebung. "Die Buscher Mühle ist die letzte und einzige Wassermühle in Düsseldorf und an der Düssel", erklärt der frühere Ingenieur Manfred Hebenstreit, Schrift- und Geschichtsführer der Derendorfer Jonges. Die Winkelsmühle in der Nähe vom Neandertal existiere zwar auch noch, wird heute jedoch als Wohnhaus genutzt.

Mühlen zählen zu Hebenstreits Leidenschaften. Für Interessierte bietet er Fahrradtouren auf den Spuren ehemaliger Mühlen-Standorte an der Düssel an. Im November 1944 wurden Derendorf und die Mühle sowie der damalige Zoo zerstört. Lediglich das Grundfundament und das Mahlwerk blieben erhalten und stehen seitdem unter Denkmalschutz. "Der Wiederaufbau der Mühle zog sich aus Kostengründen in die Länge, wodurch von Halbstarken viel gestohlen und demoliert wurde", verdeutlicht Hebenstreit. 1957 begann der Wiederaufbau durch die Stadt Düsseldorf. Heute trägt die Buscher Mühle den Namen "Andreas-Dahmen-Platz" in Erinnerung an den Baas, der die Mühle in Vereinshand überführte.

Zum 24. nationalen Mühlentag führte Hebenstreit gestern die Besucher durch die Buscher Mühle. Er begann die Führung draußen beim Wasserrad und erklärte, dass es mit einem Durchmesser von 7,60 Meter eines der größten Wasserräder am Niederrhein sei. Da das Rad nur durch die Strömungsgeschwindigkeit der Düssel angetrieben wird, sei diese sehr gering. Im Innern der Mühle zeigte er den Besuchern, wie der Müller damals mit einer einfachen Hebelkonstruktion die Mahlstärke millimetergenau einstellen konnte.

Die Mühle ist theoretisch darauf ausgerichtet Strom zu erzeugen, dies würde sich jedoch nicht lohnen, weil sie dafür 24 Stunden laufen müsste. Im ersten Obergeschoss befindet sich die Mahlbühne mit einem datierten Mahlwerk von 1811. Hebenstreit fragte in die Runde, was es mit der Jahreszahl 1811 auf sich haben könnte. Dann verkündete er: "Zur gleichen Zeit als das Mühlwerk umgebaut wurde, sind Napoleon und Heinrich Heine durch Düsseldorf gelaufen."

Quelle: RP
 
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