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Derendorf
Erinnerungen an jüdische Ärztin

Derendorf. Vor 75 Jahren wurde Hedwig Jung-Danielewicz ins Ghetto Minsk deportiert. Von Semiha Ünlü

Am 10. November ist es genau 75 Jahre her, dass fast 1000 jüdische Frauen, Kinder und Männer über den Schlachthof in Derendorf in das Ghetto Minsk deportiert wurden. Unter ihnen war auch die Düsseldorfer Ärztin Hedwig Jung-Danielewicz, die 1911 als erste Frau in Düsseldorf eine Privatpraxis eröffnete: An der Ulmenstraße betrieb die Kinder- und Frauenärztin eine Praxis. Im Ghetto Minsk arbeitete sie dann als Krankenbetreuerin und versuchte mutig alles, um den Menschen vor Ort zu helfen. So schaffte sie es zum Beispiel, mit einem Wehrmachtsangehörigen Lebensmittel und auch Medikamente ins Ghetto zu schmuggeln. Bis sie 1942 von den Nazis ermordet wurde.

Dort, wo für die Düsseldorfer Ärztin die Fahrt in den Tod begann, wird am 17. November an sie erinnert werden: Im "Erinnerungsort Alter Schlachthof", der Anfang des Jahres eröffnet worden ist, um der rund 6000 jüdischen Schicksale zu gedenken, die mit dem Ort verbunden sind, wird Journalistin Irene Dänzer-Vanotti einen Einblick geben in Leben und Wirken von Hedwig Jung-Danielewicz. Der Vortrag beginnt um 18.30 Uhr, eine Anmeldung ist für die Teilnahme nicht erforderlich.

Bereits am Donnerstag, 3. November, findet im Erinnerungsort auf dem Campus der neuen Hochschule Düsseldorf ein Vortrag statt, der folgendermaßen überschrieben ist: "Ein Sperrriegel gegen das Vergessen: Die ,Schwarze Reihe' und die Aufarbeitung des Nationalsozialismus. Ein Bericht aus der Praxis." Referent ist dann der Historiker Walter Pehle. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit "Respekt und Mut" statt.

www.erinnerungsort-duesseldorf.de

Quelle: RP
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