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Derendorf/Pempelfort
Fans von Livemusik wandern durch die Nacht

Derendorf/Pempelfort: Fans von Livemusik wandern durch die Nacht
Anfangs war die Stimmung im Irish Pub noch etwas verhalten, zu späterer Stunde spielte Jamie Clarke's Perfect dann vor vollem Haus. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Derendorf/Pempelfort. Erste Kneipennacht mit elf teilnehmenden Läden in Derendorf und Pempelfort kam überraschend gut an. Von Marc Ingel

Im Irish Pub am Spichernplatz gibt es keinen Stehplatz mehr. Das Guinness fließt in Strömen, die Luft ist stickig, der Rockabilly- und Punk-Sound von Jamie Clarke's Perfect kommt ziemlich cool rüber. So muss es sein.

Rund 100 Meter weiter in der Butze herrscht eher eine gediegene Wohnzimmer-Atmosphäre. Davon abgesehen kommt der authentische Auftritt von Charlwood nicht weniger gut an, ist die Atmosphäre ähnlich schweißtreibend. Am Ende der Ulmenstraße lässt es Years of Rock dagegen ordentlich krachen, der Laden ist voll bis unter das Dach, die Leute stehen bis auf die Straße. Dazwischen liegt das kleine Coco Loco, wo The Glad Backers, "Über den Wolken" anstimmen - hohes Mitsing-Risiko. Die erste Kneipentour in Derendorf und Pempelfort ist ein Erfolg, anders kann man es nicht sagen. Auch in Läden, bei denen ein etwas längerer Fußmarsch ansteht, herrscht gute Stimmung - etwa im Tommmes an der Schlossstraße, wo Heart Cover mit ZZ Tops "Sharp dressed man" die Zuhörer sogar zum Tanzen motiviert; oder im Fox an der Duisburger Straße, wo bei Enrico Palazzos Version von Zappas "Bobby Brown" ebenso wenig Klagen zu hören sind wie bei seinen Eigenkompositionen.

Obwohl es am Abend zu regnen beginnt, nehmen die Fans von Livemusik das Angebot an, kaufen für acht Euro eines der gelben Armbändchen, mit denen in allen der elf teilnehmenden Gaststätten Einlass gewährt wird, und klappern neugierig die einzelnen Locations ab. Nicht überall sind die Kontrollen am Eingang streng, an einem Samstagabend will man auch nicht unbedingt seine treuesten Stammkunden verprellen.

Organisator Ralf Michael Pape zieht am Tag darauf ein euphorisches Fazit. Er selbst hat mit Toeffte im Tannenbaum gespielt, "es war rappelvoll, die Stimmung wirklich super. Und, was ich von den anderen Läden gehört habe, war es dort ganz ähnlich". Er rechnet damit, dass um die 1000 Bändchen verkauft wurden, ein Großteil des eingenommenen Geldes komme dann den Bands zugute. "Ich bin überzeugt, dass wir im nächsten Jahr eine Neuauflage erleben werden", sagt er. Wenn noch mehr Kneipen mitmachten, würden auch die Wege kürzer, außerdem könne man dann auch über einen Shuttle-Bus nachdenken - wie in Hilden, wo Pape bereits siebenmal die Kneipentour durchgeführt hat. "Ich denke, mit etwas mehr Vorlauf und aufbauend auf den guten Erfahrungen dieses Jahres lässt sich diese Veranstaltung noch weiter optimieren."

Quelle: RP
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