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Derendorf
Für ein besseres Leben mit Demenz

Derendorf: Für ein besseres Leben mit Demenz
Pfarrer Rainer Kemberg von der Zions-Gemeinde, Ursula Wißborn von der Sozialstiftung der Sparda-Bank West (M.) und Inge Gößling vom Zentrum plus FOTO: eddus
Derendorf. Das Zentrum Plus Derendorf-Golzheim hat einen Film gedreht. Dieser zeigt gebündelt und anschaulich die Angebote für an Demenz erkrankte Menschen und deren Angehörige. Von Marc Ingel

Es ist noch immer ein schambesetztes Tabuthema, das viel zu oft als altersbedingte Vergesslichkeit verharmlost wird, obwohl die Zahlen eindeutig sind: 1,3 Millionen an Demenz erkrankte Menschen leben zurzeit in Deutschland, 12 000 allein in Düsseldorf, Die Tendenz ist weiter steigend. 2050, so schätzen Wissenschaftler, wird sich die Zahl national verdoppelt haben. Eine Chance auf Heilung gibt es heute nicht, ein medizinischer Durchbruch steht bislang noch weltweit aus.

Dennoch ist die Bandbreite an Angeboten für Personen mit der Diagnose Demenz und deren Angehörige groß, sie reicht von Gesprächskreisen über Beratungen bis hin zu zu Tanzcafés oder sportlichen Aktivitäten aller Art. All das wird auch im Zentrum Plus Derendorf-Golzheim praktiziert. "Aber die Hürde für Betroffene, diese Angebote anzunehmen, ist hoch", sagt Inge Gößling, Leiterin der Einrichtung an der Klever Straße. "Wenn wir einen Informationsvortrag anbieten, kommen nur die direkt Betroffenen. Angehörige, bei denen ein Familienmitglied bereits erste Symptome zeigt, reagieren dagegen meist zu spät und sind dann überfordert", sagt Gößling

Das Zentrum Plus verfügt ebenso über ein breites kulturelles Angebot. Foto- oder Theaterprojekte laufen, auch die "Kulturwerkstatt D" greift immer wieder interessante Themen auf. Ein solches ist jetzt auch Demenz. "Ziel ist es, Kultur mit Demenz zu verknüpfen. Wir arbeiten diese Krankheit aus kreativer Sicht auf, wollen sie verstehen, erklären und auch darstellen", erläutert Gößling.

Eine Teilnehmerin, deren Vater an Demenz erkrankt war, bemerkte daraufhin, wenn sie früher gewusst hätte, welche Angebote es für Menschen mit einer dementiellen Erkrankung geben würde, hätten sie ein besseres Leben gehabt. Das war im Zentrum Plus die Initialzündung für die Idee, ein neues Medium auszuprobieren. "Wir wollten einen Film für den Stadtbezirk 1 drehen, der diese Angebote gebündelt zeigt, der ein niederschwelliges und kostenloses Instrument darstellt, sich unverbindlich zu informieren, und der auch an Ärzte, Krankenhäuser oder Pflegeeinrichtungen weitergegeben werden kann", sagt Gößling.

Mit Hilfe der Stiftung der Sparda-Bank West konnte die Investition (insgesamt 12 000 Euro) tatsächlich gestemmt werden, konnten Profis für die Umsetzung engagiert werden. 16 Minuten lang ist "Für ein besseres Leben mit Demenz" (Auflage: 500), der ein Wegweiser durch die Stadtteile des Bezirks 1 sein soll - vom Demenz-Service-Zentrum an der Willy-Becker-Allee bis zur Demenz-Fachberatung im Quartier. Der Film greift Begegnung, Singen und Gymnastik in den Betreuungs-cafés auf, streift den häuslichen Besuchsdienst (der über die Krankenkasse abgerechnet werden kann) und trifft Aussagen wie "Rituale bringen Betroffenen Ruhe".

Am Donnerstag, 27. August, wird der Film um 14 Uhr in der Kreuzkirche, Collenbachstraße 10, im Beisein von Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) der Öffentlichkeit vorgestellt.

Quelle: RP
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