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Tödlicher Unfall in Düsseldorf
Spezialkräne bergen tonnenschwere Betonpumpe

Nach Unfall: Betonpumpe wird aus Grube gehoben
Derendorf. Zwei Tage nach dem tödlichen Unfall in Pempelfort gibt es ein vorläufiges Ergebnis zur Ursache. Demnach konnte der Boden die Last der 64 Tonnen schweren Betonpumpe nicht tragen. Mittlerweile wurde das Fahrzeug aus der Baugrube gehoben. Ein Zeitraffer-Video zeigt die Aktion. Von Ludwig Krause und Ines Räpple

Zwei Spezialkräne aus Köln haben die Beton-Pumpe am Mittwoch in den Morgenstunden gehoben. Rund zwei Stunden dauerten die Arbeiten, dann war das Baustellenfahrzeug wieder aufgerichtet. Da die Spitze der Pumpe noch voll Beton war und im Beton steckte, musste sie abgetrennt werden. Wann die Bauarbeiten weitergehen, ist offen. 

Nach Unfall: Betonpumpe wird geborgen FOTO: David Young

War es menschliches Versagen oder gab es einen technischen Defekt, der dazu führte, dass die Betonpumpe an der Marc-Chagall-Straße am Montag umkippte und dabei zwei Bauarbeiter tödlich verletzte? Abschließend wird das erst ein Gutachten klären, das laut Polizei in ein paar Wochen vorliegen soll. Laut einen vorläufigen Ergebnis zur Ursachenermittlung war die Last für den Boden zu schwer, sodass die Betonpumpe wegsackte. Wie es letztlich dazu kommen konnte, dazu konnte die Polizei am Mittwoch noch keine Angaben machen. 

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet, wie Staatsanwalt Martin Stücker unserer Redaktion bestätigte. Im Anschluss an diese Vorprüfung werde entschieden, ob Ermittlungen aufgenommen werden - beispielsweise wegen fahrlässiger Tötung. Dafür soll das Kriminalkommissariat 11 eingeschaltet worden sein. Die Abteilung der Düsseldorfer Polizei ist für Todesermittlungen, Brand, Waffen und Sprengstoff zuständig.

Der große Spezialkran der Firma Colonia kann bis zu 750 Tonnen heben. Damit konnte die 64 Tonnen schwere umgestürzte Beton-Pumpe (rechts im Bild) am Mittwochmorgen geborgen werden. FOTO: David Young

Bergung in den Morgenstunden

Die 64 Tonnen schwere Betonpumpe mit einem rund 50 Meter langen Kranarm war am Montag gegen 8.50 Uhr abgerutscht und gekippt. Dabei traf der Kranarm die 46 und 63 Jahre alten Opfer, die sich auf der anderen Seite der Baugrube befanden. Dem Vernehmen nach soll es sich bei den beiden um erfahrene Mitarbeiter gehandelt haben, die aus Osteuropa stammten.

Ein 31-jähriger Kollege wurde nicht direkt getroffen, aber bei einem Sturz in die Baugrube schwer verletzt. Es bestehe keine Lebensgefahr, wie die Polizei gestern mitteilte. Dem Mann gehe es "den Umständen entsprechend gut", er sei auf dem Weg der Besserung.

Schon am Dienstag hatten sich Spezialkräfte daran gemacht, die Bergung der Beton-Pumpe vorzubereiten. In den Morgenstunden konnte die Aktion heute problemlos durchgeführt werden.  Ab sieben Uhr machte sich das aus Köln stammende Unternehmen Colonia daran, die 64 Tonnen schwere Pumpe zu heben. Um auf Nummer sicher zu gehen, waren gleich zwei Spezialkräne im Einsatz. Der eine mit 750, der andere mit 300 Tonnen Traglast.

Die Kräne wurden dafür jeweils an einem Stützarm der Pumpe befestigt. Der rechte Stützarm, der weggesackt war, konnte so wieder aufgerichtet werden. Anschließend wurde der rote Schwenkarm eingefahren. Die Marc-Chagall-Straße ist auf Höhe des Unfall-Ortes komplett gesperrt, aber schon im Normalfall ist die Zufahrt zur Baustelle durch parkende Autos ein Nadelöhr.

Das mussten gestern auch zwei Fahrer eines Speditionsunternehmens vor Ort erfahren, die mit ihren Lastwagen die schmale Straße bis zur Sperrung fuhren. Sie sollten eigentlich die Moniereisen auf die Baustelle bringen, die zum Betonieren benötigt werden. Weil ihnen niemand gesagt hatte, dass die Arbeiten derzeit komplett ruhen, mussten sie unverrichteter Dinge nach Hause umdrehen, kamen aber erst einmal nicht zurück. Dem aufwendigen Wendemanöver fiel eine Baumstütze zum Opfer, die dem großen Lastwagen im Weg stand.

Wann die Arbeiten auf der Baustelle Marc-Chagall-Straße weitergehen, stehe noch nicht genau fest, wie Gabriele Stegers, Sprecherin des Baukonzerns Hochtief sagt. Der Schock nach dem Unfall mit den zwei Todesopfern sitze im Unterhemen immer noch tief. Wenn die Bergung des Unfall-Fahrzeugs abgeschlossen ist, wolle man die Lage neu bewerten und entscheiden, wie es weitergehen soll.

Der auf der Baustelle zuständige Unternehmer ist Bauwens aus Köln. Dort wolle man keine Stellungnahme abgeben, wie es von einem Sprecher heißt. Bauwens ist in Düsseldorf auch bei der Realisierung der "Bilker Höfe", einem Wohnquartier in Flingern und dem Bürogebäude "Airport-City" beteiligt gewesen.

Quelle: RP
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