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Düsseltal
Düsseltaler loben den neuen Schillerplatz

Düsseltal. Anwohner und Besucher aus den umliegenden Stadtteilen nutzen den Schillerplatz nach dessen Umbau mehr als je zuvor. Nach gut vier Monaten Bauarbeiten ist der Platz nun wieder ein beliebter Treffpunkt. Von Oliver Burwig

Mit ruhiger Hand sortiert Bücherschrank-Pate Manfred Preuß die neuen Romane in die öffentliche Vitrine am südlichen Ende des Schillerplatzes ein. Neben ihm eine kleine Gruppe Boule-Spieler, auf den Spielplätzen mehrere Kleinkinder, deren Mütter auf den Holzbänken am Rande der Sandkästen die Sonne genießen. Seit mehr als 50 Jahren lebt der 82-Jährige mit Blick auf den Schillerplatz, der laut Preuß ein Aushängeschild für das "gutbürgerliche" Düsseltal ist.

"Er ist wirklich sehr schön geworden", sagt der Rentner. Vor allem die Spielgeräte für Kinder verschiedenen Alters empfinde Preuß als sinnvoll: "Das sind Herausforderungen, die Kinder gerne annehmen." In den Jahrzehnten, in denen er am Schillerplatz wohnte, wechselte dieser ursprüngliche Schmuckplatz mehrfach sein Gesicht. "Früher gab es ja noch einen Springbrunnen in der Mitte", sagt Preuß, später kam das Hochbeet. Zugunsten einer offeneren Anmutung musste das in den Umbauarbeiten zu Beginn des Jahres weichen. Die Sturmschäden, die "Ela" im vergangenen Jahr anrichtete, sind zwar in den Baumkronen und Lücken in der Allee an der Schillerstraße noch sichtbar, Preuß sieht jedoch das Positive: "Ich finde es gut, dass viele beschädigte Bäume gerettet werden konnten." Mit den Nachpflanzungen sei er ebenso zufrieden wie mit der gestutzten und nun lichteren Buschlandschaft an der Herderstraße. Vandalismus gebe es am Platz so gut wie nie, auch das professionelle Graffiti am Büdchen werde respektiert und nicht übersprüht: "Es herrscht hier eine gute Nachbarschaft." Vor dem Pächterwechsel des Kiosks habe es dort noch "gewisse Figuren" gegeben, die betrunken laute Gespräche führten. Das dulde der neue Besitzer nicht mehr, er verbot den Alkoholkonsum vor seinem Büdchen - mit Erfolg.

Nicht alle Besucher des Platzes wohnen auch in dessen Nähe. "Ich komme am liebsten hierher, weil es der einzige Platz in der Stadt ist, auf dem es eine richtige Wiesenfläche gibt", sagt Valeria Rossit. Ihr elf Monate alter und sehr aktiver Sohn Matteo krabbelt im Sandkasten herum, versucht sich an den Klettergerüsten im Kleinkind-Areal hochzuziehen. "Was hier noch fehlt, wäre eine Wippe für Babys", sagt Rossit. Auch eine Toilette vermisse sie, die gebe es in der Stadt aber an fast keinem Spielplatz. Dennoch komme sie gerne mit Matteo aus Flingern-Nord, der sich auch für das neugestaltete Wasserspiel begeistert.

Auch Hunde fühlen sich wohl auf dem Schillerplatz, und mit ihnen ihre Besitzer. Anna Gudino führt regelmäßig die 12-jährigen Chia an der Leine auf die eingezäunten Hundewiese am Nordende des Platzes. "Es ist schön, mitten im Stadtteil etwas Grünes zu haben", sagt Gudino. Morgens und abends träfen sie dort viele andere Hundebesitzer, die sich wie sie streng daran hielten, dass das Geschäft ihrer Vierbeiner nicht auf den Rasenflächen liegen bleibt - obwohl es am Hundezaun keinen Handschuhspender gibt. Auch Preuß freut sich, dass die Leute den Platz selbst sauber halten: "Das ist wirklich außergewöhnlich positiv."

Quelle: RP
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