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Düsseltal
Einzelhändler ziehen an einem Strang

Düsseltal. Im Gegensatz zu den meisten anderen Einkaufsstraßen in Düsseldorf fehlte es bei den Geschäftsleuten an der Rethelstraße bisher an einem echten Gemeinschaftsgefühl und koordinierten Aktionen. Das soll sich jetzt ändern. Von Marc Ingel

Im November vergangenen Jahres hatten Christine Bolland und Elke Böttcher eine ziemlich gute Idee. Den beiden Geschäftsführerinnen der nach ihnen benannten Buchhandlung war schon länger ein Dorn im Auge, dass die Einzelhändler an der Rethelstraße größtenteils ihr eigenes Süppchen kochten, es keinen Zusammenhalt geschweige denn gemeinsame Aktionen gab. Mit der Illustratorin Isabelle Roth kreierten sie Kunststofftaschen für die Kunden mit dem Fotomotiv eines Elefanten und seines Pflegers - eine Reminiszenz an die Zeit, als der nahe liegende Zoo-Park tatsächlich noch ein Zoologischer Garten war. "Zoo-Beute" lautete der darauf verewigte Schriftzug, könne man auf der Rethelstraße beim Shopping doch wunderbar "Beute machen". Drei Euro kostet sie, bei Großeinkäufen gibt's die Tasche auch umsonst.

Nun kann natürlich nicht wirklich ein identitätsstiftendes Gefühl aufkommen, wenn nur ein Laden die Taschen anbietet und sie auf der Rückseite mit seinem Logo versieht. Außerdem sollte es ja nicht bei der Tasche bleiben, gemeinsame Aktionen, um alte Kunden zu binden und neue hinzuzugewinnen, waren angedacht. So machten sich Bolland und Böttcher auf die Suche nach Mitstreitern - und wurden fündig. Rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft ist die Rückseite der Tasche inzwischen gut gefüllt mit Namen von Geschäften. Die Vital-Apotheke macht mit, das italienische Restaurant La Brisella, die Bäckerei Cölven, Optik Giessen und das Einrichtungsgeschäft Goldfels sind ebenso dabei wie der Schmuckladen Freudenschmuck und die Cheesecake-Fotogalerie Picture your City.

"Es ist immer noch so etwas wie der Startschuss, wir hoffen natürlich auf weitere Geschäftsleute von der Rethelstraße, die mitmachen", sagt Christine Bolland. Peter Müller (Goldfels) ergänzt: "Das ist klassische Stärkung des Einzelhandels mit individueller Note. Wir wollen erreichen, dass die Menschen, die hier wohnen, auch im Quartier bleiben und hier einkaufen." Und Robert Giessen meint: "Hier gibt es keine Anonymität, stattdessen ist der persönliche Ansprechpartner, der auch individuelle Beratung leistet, garantiert."

Für ein gemeinsames Straßenfest reicht das alles zwar noch nicht, aber einen Abend mit Öffnungszeiten bis Mitternacht im November hat der Kern der Geschäftsleute auf der Rethelstraße bereits ins Auge gefasst. Auch das gegenseitige Auslegen von Flyern oder die mögliche Einführung von Coupon-Heften wurden bereits diskutiert. Elke Böttcher träumt schon von einer Art Weihnachtsbeleuchtung. "Wir sind jedenfalls hochmotiviert und wollen das nicht krampfhaft, sondern mit Spaß angehen", so Bolland.

Quelle: RP
 
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