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Düsseltal
Eislaufen ist keine Frage des Alters

Düsseltal: Eislaufen ist keine Frage des Alters
Connie Tanzer legt vor und ihre Eislaufschüler folgen in der Halle an der Brehmstraße. FOTO: Andreas Bretz
Düsseltal. Connie Tanzer bringt den Menschen im Zooviertel das Eislaufen bei. Doch eigentlich geht es ihr um die Etablierung eines Gefühls. Von Torsten Thissen

Renate Franz ist mit 71 Jahren bei weitem nicht die Älteste, die den Weg auf die Eisbahn wagt. Nein, es gibt da noch eine Frau, 84 Jahre ist sie alt, und sie braucht einen Stock zum Gehen. Doch auf dem Eis, da braucht sie den eben nicht, und das sei ja eben das Faszinierende am Eislaufen, wenn man es denn kann: Man braucht nicht viel Kraft, um auf Geschwindigkeit zu kommen, um zu gleiten, sich zu bewegen. Es geht, sagt Trainerin Connie Tanzer, beim Eislaufen um Körperspannung. Um Haltung, wenn man so will, und die kann man auch mit weit über 80 Jahren noch haben. Renate Franz allerdings leidet gerade eine wenig daran, dass ihre Schuhe nicht passen. Vor 40 Jahren hat sie die zum letzten Mal getragen, sie braucht neue. Aber sonst eben nichts, sagt sie. "Eislaufen ist so ein bisschen wie Fahrradfahren. Man verlernt es nicht." Beim nächsten Mal wird sie neue Schuhe haben, denn Spaß hat das Eislaufen gemacht, doch darum allein geht es bei der Aktion nicht, sagt Tanzer.

Stattdessen geht es um ein effektives Training. Eislaufen - so wie Connie Tanzer es lehrt - ist ein Sport, der Koordination und Gleichgewicht schult, der gut für das Herz und den Kreislauf ist, und gleichzeitig die Gelenke schont. Gefördert vom Landessportbund lädt die DEG-Eiskunstlauf noch bis zum 4. April zum Eislaufen ein. Das Angebot richtet sich an Erwachsene von 35 bis 95 Jahren und ist kostenlos, kommen kann jeder, der will.

So gibt es am Anfang eine kurze Einzelberatung durch Connie Tanzer. Der Gleitwillige macht auch ein paar Gymnastikübungen, bevor er schließlich mit den anderen aufs Eis kann. Frau Tanzer hat immer auch ein paar erfahrene Eisläufer in ihrer Gruppe, die Hilfestellung leisten und direkt auch zeigen können, wie eine bestimmte Übung auszusehen hat.

Unter ihnen ist auch Anne Güntert. Für sie erfüllt sich mit dem Eislaufen für Erwachsene ein Traum, den sie bereits seit 1984 träumt. Damals sah sie die Olympischen Winterspiele von Sarajewo im Fernsehen. Dass sie nun als Erwachsene zum Eislaufen gekommen ist, macht sie sehr glücklich.

Doch geht es nicht darum, Erwachsenen den doppelten Axel beizubringen. Tanzer will ihren Schützlingen zunächst beibringen, nicht zu stürzen, denn: "Erst wenn man sicher steht, ist Eislaufen vollkommen ungefährlich", sagt sie. So unterscheiden sich denn auch die Schüler von Frau Tanzer von herkömmlichen, ungelernten Wald- und Wiesenläufern durch ihre Eleganz und ihre Standsicherheit. "Niemand wird hier allein gelassen. Ich fände es viel zu gefährlich", sagt Frau Tanzer.

Tanja Arndt bringt bereits eine natürliche Eleganz und Anmut mit. Die ehemalige Kunstturnerin hat nach den vier Kindern nun beschlossen, wieder etwas zu machen. Eislaufen ist für die Bilkerin eine gute Abwechslung vom Alltag, doch sollte es eben mehr sein als schlichte Hin- und Herfahrerei. Dabei geht es auch um das Erleben von Gemeinschaft. Die ist dann besonders im Sommer gefragt, wenn die Eishalle geschlossen ist und Frau Tanzer ein Training anbieten möchte, dass das Eislaufen ergänzt.

Vorher allerdings will sich die Trainerin noch nach Sponsoren umsehen, denn die Weiterführung des Programms ist über den April hinaus noch nicht gesichert. Populärer müsste das Eislaufen jenseits von Leistungssport und Eishockey noch werden, sagt sie.

Quelle: RP
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