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Düsseltal
Gericht stellt Fenstersturz mit Lego nach

Düsseltal. Mit einem selbstgebastelten Lego-Haus, das fast maßstabsgetreu ein Mehrfamilienhaus an der Rethelstraße darstellte, und mit einer Spielzeugfigur hat das Landgericht jetzt den Fenstersturz einer 25-jährigen Frau nachgestellt.

Die beim 6,40 Meter tiefen Fall im April schwer verletzte Frau hatte bei ihrer Erstbehandlung in der Klinik behauptet, ihr angeblich als Drogendealer tätiger Freund (40) habe sie an den Unterschenkeln gepackt und sie aus einem Treppenhausfenster im zweiten Stock geworfen, um zu verhindern, dass sie seine Drogengeschäfte der Polizei verrät. Damit brachte sie ihn wegen Mordversuchs nun vors Landgericht. Doch er bestreitet den Vorwurf, gibt an, die Frau habe nach wiederholtem Bargelddiebstahl vor ihm flüchten wollen und sei selbst aus dem Fenster in die Tiefe gesprungen.

Mit einem Spezialisten für Biomechanik und dem Lego-Haus ließen sich die Richter nun vorführen, welche Verletzungen die Frau bei welcher Sturzvariante erlitten hätte. Acht denkbare Fall-Modelle spielte der Gutachter auf diese Weise am Richtertisch durch. Festlegen auf eine einzige Variante wollte er sich nicht. Mit einem Ortstermin der Richter am echten Haus (unter Ausschluss der Öffentlichkeit) wird der Prozess heute fortgesetzt. Direkt danach ist geplant, die immer noch schwer gehbehinderte Frau erneut in den Zeugenstand zu rufen.

(wuk)
 
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