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Düsseltal
Rollschuh-Gruppe hilft mit Musical-Show

Düsseltal. Die Locomotion Dancers sind für das Kinderhospiz aufgetreten und haben Flüchtlinge eingeladen. Von Nicole Esch

Plötzlich geht in der Aula der Heinrich-Heine-Gesamtschule das Licht aus, die Unruhe wächst. Dann nehmen die rund dreißig Kinder und Jugendlichen der Locomotion Dancers die Zuschauer mit in ihre fantastische Welt der Züge. Mit großer Lichtshow und aufwendigen Kostümen präsentieren die sechs- bis 21-jährigen Akteure Andrew Lloyd Webbers "Starlight Express".

Getreu dem Motto der Truppe, "Kids for Kids", geht der Erlös der Darbietung an das Kinderhospiz Regenbogenland. Dazu hat sich die Rollschuhtanzgruppe noch etwas Besonderes ausgedacht. Sie haben Flüchtlinge zu ihrer Show eingeladen. "Die kennen das Stück wahrscheinlich nicht", erklärt Markus Roithmeier, der Koordinator der Gruppe. "Vielleicht verstehen sie die Sprache nicht, aber die Musik." Insbesondere für die kleinen Fans sind die Locomotion Dancers wie Popstars. In der Pause belagern sie die Darsteller für Selfies und Autogramme, die diese mit Freuden geben. Die achtjährige Eleni ist begeistert. "Es ist einfach alles ganz toll." Dem kann sich die sechsjährige Charlotte nur anschließen. Allerdings ist sie auch nicht ganz unbefangen. "Am besten ist der ICE", findet sie. "Das ist ein Schüler von meiner Mami." Überhaupt sind die Skater die reinsten Profis. Probleme wie einen Rohrbruch oder ein gerissenes Kostüm stecken sie locker weg.

Fenia Gierling, die Darstellerin der Lok "Electra", ist schon seit zehn Jahren dabei - immer in wechselnden Rollen. "Sechs Stunden brauche ich für die Maske", erzählt die Skaterin. "Aber das ist es wert." Viel Arbeit stecken sie und ihre Co-Darsteller auch in die Kostüme. Jedes Einzelne wird von den Schauspielern und ihren Familie selber hergestellt. Da die Darsteller schon mal in verschiedene Rollen schlüpfen, brauchen sie im Laufe der Jahre auch unterschiedliche Verkleidungen. "Und so ein Kostüm ist eigentlich immer in Arbeit", beschreibt Gierling. "Da fällt mal was ab oder wird verändert."

Alle zwei Wochen trainieren die Kinder - viele leben in Düsseldorf - für ihre Aufführungen. Die älteren Darsteller stehen häufig nicht nur auf der Bühne, sondern sind gleichzeitig auch Trainer. Sie zeigen den Kindern, wie man schwerelos gleitet, Hebefiguren ausführt und die Akrobatik-Einlagen gefahrenlos meistert. Wenn mal jemand ausfällt, können sie auch deren Rollen übernehmen. Roithmeier freut sich, dass die Gruppe immer groß bleibt. Es kommen genug nach, um die, die für die Locomotion Dancers zu alt sind, zu ersetzen. "Zum Glück sind auch viele Jungen dabei", berichtet er. "Das ist sonst oft problematisch."

Quelle: RP
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