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Eller
Backstudio für die Käsekuchen-Queen

Eller. Bei Mandy Laurie gibt es Käsekuchen in allen Varianten, die sie in der ehemaligen Bäckerei an der Schlesischen Straße 82 in Eller selbst herstellt. Die Produkte der 32-Jährigen werden auch in Düsseldorfer Cafés verkauft. Von Julia Rieger

Die frische Farbe an den Wänden des kleinen Ladenlokals der Käsekuchen-Queen Mandy Laurie ist getrocknet. Nach der Renovierung und seit der Eröffnung ihres Backstudios an der Schlesischen Straße 82 weht der Duft von frischem Kuchen durch den Raum. "Ich möchte, dass die Leute meinen Kuchen essen und sagen: Wow!" Käsekuchen in allen Varianten kann man bei der Käsekuchen-Queen bestellen, für sich selbst oder für große Veranstaltungen und Feiern. "Ich habe immer schon gerne gekocht und gebacken", erzählt Laurie.

Trotzdem hat sie erst eine kaufmännische Ausbildung gemacht. Aber im Jahr 2013, während der Elternzeit für ihre zweite Tochter, bemerkte sie: "Das schlummerte immer noch in mir." Nach einem Aufenthalt in Amerika und ihrer Begeisterung für den Cheesecake dort dachte sie: "Das muss doch hier auch mit Käsekuchen gehen." Immerhin ist das der Lieblingskuchen der Deutschen. Also begann sie, nebenberuflich Kuchen zu backen. Damit sie ihre Käsekuchen verkaufen durfte, brauchte sie eine Ausnahmebewilligung des Gewerbeamtes. Oder wie Laurie es nennt: eine Käsekuchenprüfung.

Am Anfang konnte sie in der Küche eines Bekannten backen, aber das Käsekuchenbacken neben ihrem Beruf "ging ganz schön an die Substanz". Ein Jahr lang suchte sie nach einer geeigneten Immobilie, in der sie genug Platz für die Kuchenproduktion hatte. Als sie die ehemalige Bäckerei in Eller gefunden hatte, war klar: jetzt oder nie. "Ich will nicht mit 60 dasitzen und bereuen, es nicht versucht zu haben." Damit hat sie Erfolg: Ihre Kuchen werden in vielen Düsseldorfer Cafés verkauft. Und auch für Hochzeiten und andere Events sind ihre individuellen Kreationen gefragt. Ob süß oder herzhaft: Laurie experimentiert gerne herum und denkt sich neue Kombinationsmöglichkeiten aus. Aber wenn ein Kunde mal zu wild kombiniert, bekommt er von ihr den Rat: Weniger ist mehr. "Und wenn jemand Leberwurst reintun will, würde ich auch erstmal schauen, ob wir nicht was anderes finden", sagt die 32-Jährige lachend.

Ihren Namen hat die Käsekuchen-Queen von ihrer Mutter bekommen: Ein Freund hat mal gesagt: Mandy, dein Kuchen ist so lecker, du wirst noch zur Käsekuchenpäpstin. Ich habe das dann meiner Mutter erzählt und die meinte: Nenn dich doch Käsekuchen-Queen". Und den Namen trägt sie zu recht. Das Feedback der Kunden sei immer positiv, sagt Laurie. "Bei einem Streetfood-Markt kam eine Kundin mit einer Tupperdose zurück und sagte, das sei der beste Käsekuchen, den sie jemals gehabt hätte", erzählt Laurie. Da sei sie sehr gerührt gewesen. Ihre eigenen Kuchen isst sie selbst immer wieder gerne. Und auch ihre vier und sieben Jahre alten Töchter hat sie mit ihrer Lust am Backen angesteckt: "Die Große backt sehr gerne, aber isst nicht so viel Kuchen. Die Kleine liebt ihn dafür umso mehr", sagt Laurie. Ihre Familie und ihre Leidenschaft fürs Backen vereinen zu können, ist der modernen Bäckerin sehr wichtig. Genau wie ihr Handwerk: "Ich will, dass die Leute wissen, dass hier alles natürlich ist und jeder Kuchen von mir hergestellt wird. Diese Leidenschaft schmeckt man auch."

Sie selbst isst am liebsten Mohn-Käsekuchen mit Streuseln oder Himbeeren - "ganz old school". Aber sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Käsekuchen wieder in Mode zu bringen. "Ich will den Käsekuchen entstauben, aber auch alle Generationen erreichen", sagt sie. Für die Zukunft wünscht sie sich eine eigene Reihe von Käsekuchenqueen-Cafés. Einen kleinen Anfang macht sie Ende September mit ihrem Laden in Eller: Sonntags möchte sie ihre Kuchenkreationen der Laufkundschaft anbieten - denn Käsekuchen geht immer. Ihr eigenes Sortiment will Laurie nun erweitern und probiert dafür fleißig aus. Wenn sie über ihre Kuchen redet, gerät sie ins Schwärmen: "In meinem Kopf sind so viele Ideen." Auch andere Klassiker wie Bienenstich ode Schwarzwälder-Kirsch-Torte dienen ihr als Inspiration. Das Rezept für ihre Käsekuchencreme auf Quarkbasis ist übrigens selbst entwickelt - und geheim. Einen Tipp für alle Hobby-Bäcker, denen der Kuchen beim Backen einreißt, hat die Käsekuchenqueen auch noch parat: Nach etwa der Hälfte der Backzeit den Kuchen vom Rand der Kuchenform lösen, ihn etwa für fünf bis zehn Minuten abkühlen lassen und dann zu Ende backen: "Aber die Risse sind eigentlich nicht so schlimm, das hat für mich dann diesen selbstgemachten Touch."

Quelle: RP
 
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