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Eller
Die Helfer sind schon vor Ort

Eller. Eine schlichte Info-Veranstaltung zur Flüchtlingssituation mit Miriam Koch in Eller wurde zu einer Demonstration von Hilfsbereitschaft und Willkommenskultur der Bürger. Sie zeigte auch die Leistungsfähigkeit der Verwaltung. Von Torsten Thissen

Nun will erst einmal niemand ein Zelt in Eller aufbauen, das gehe auch gar nicht so schnell, sagt die Flüchtlingsbeauftragte der Stadt, Miriam Koch, doch das habe sich gerade erst ergeben und so wolle sie die Gelegenheit nutzen, um über die Situation im Allgemeinen zu informieren. Schließlich könnten ja immer noch Flüchtlinge in den Stadtbezirk 8 kommen, in Zelten, in Schulen, irgendwann, die Situation verändere sich eben schnell. Die Bürger nicken. Ein entschiedenes Nicken ist das, eines, das sagen will, wenn es soweit ist, dann melden Sie sich einfach. Wir sind bereit.

Und vielleicht soll das auch die Botschaft des Tages sein: Eller, so wird an diesem Donnerstagnachmittag deutlich, hat keine Sorgen, keine Angst und erst Recht keine Aversionen gegen Flüchtlinge. Zumindest die große Mehrheit der Menschen, die an diesem Tag in das Gemeindezentrum der Schlosskirche gekommen sind. Es sind viele Stadtteilpolitiker darunter, einige kommen gerade aus dem Urlaub, andere wiederum wirken zumindest erholt. Miriam Koch hingegen wirkt, als habe sie gerade einen Lauf, als wäre sie in jenem Flow, wo die Masse an Arbeit einen eigentlich in einen Zustand der Verzweiflung treiben müsste, man sie aber dennoch in atemberaubender Geschwindigkeit erledigt. Selbst die Ellerer, die einem anderen politischem Spektrum als Frau Koch zugehören sind nach ihrem Vortrag sichtlich beeindruckt. Neben ihr sitzt der Leiter der Bezirksverwaltungsstelle, Peter Frymuth, der Eller, Lierenfeld, Unterbach und Vennhausen im Blick hat.

Was man denn tun könne, fragt eine Frau und beklagt, dass sie auf ihre Mail an die Flüchtlingsbeauftragte noch keine Antwort bekommen habe. "Das ist blöd, ja, aber der Masse an Mails und den begrenzten Ressourcen geschuldet", sagt Koch. Allerdings könne man sich immer auch an die Wohlfahrtsverbände mit Hilfsangeboten wenden. Die Koordination der vielen Menschen, die helfen wollen, sei schwierig, zumal es natürlich primär darum gehe, für eine gute Unterkunft zu sorgen, was gar nicht so leicht sei. Die Hilfsorganisationen wüssten auch am besten, was gebraucht werde. Ein Mitarbeiter der Diakonie schaltet sich ein.

Er berichtet, dass es Kleidung, Spielzeug und ähnliches im Überfluss gebe. "Was fehlt, sind Hygieneartikel, Duschgel etwa. Und was sehr fehlt, sind Fahrräder, damit die Leute mal irgendwohin kommen, weil sie kein Geld für die öffentlichen Verkehrsmittel haben." Etwa zum Fußball bei Eller 04. Die Sachen können zu den normalen Geschäftszeiten am Gemeindezentrum der Schlosskirche abgeben werden.

Es geht noch ein bisschen um die Standorte, Koch berichtet, dass man sich bemüht, die Turnhallen in den Schulen wieder freizubekommen. Eigentlich sei eine solche Unterbringung ein "Armutszeugnis für Düsseldorf", doch es gehe darum, Obdachlosigkeit zu verhindern.

Ein Mann wendet ein, warum man denn Flüchtlingsheime in Gebieten mit Einfamilienhäusern bauen müsse, was für einiges Kopfschütteln sorgt. Koch sagt, Studien aus Münster etwa zeigten, dass eine Integration in Gebieten deren Bewohner mittlere oder hohe Einkommen haben, besser gelinge.

Eine Lehrerin der Schule an der Bernburger Straße bittet, dass die Schüler möglichst schnell in die Klassen kommen, weil sie allgemein als Bereicherung empfunden werden und ihre Entwicklung eine Freude ist.

Quelle: RP
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