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Eller
Ellers größtes Klassentreffen

Eller. Die Gemeinschaftshauptschule an der Bernburger Straße feiert heute das 100-jährige Bestehen ihres Schulhauses. Ehemalige Lehrer und Schüler kommen deshalb zusammen. Und finden eine lebendige, erfolgreiche Schule vor. Von Torsten Thissen

Der Stolz ist den Reden anzumerken in jenem Dezember des Jahres 1915. Ursprünglich waren 15 Monate für den Bau des neuen Schulgebäudes veranschlagt worden, dann kam der Krieg und auf der Baustelle herrschte ein Mangel vor allem an Arbeitern, die "für den Kaiser im Felde" statt auf Gerüsten standen. Es dauerte schließlich 20 Monate. "Ein Kriegsbau und doch in nichts erinnernd an die gewaltigen Erschütterungen, die das Reich in seinen Grundfesten erzittern ließen", hieß es damals im Düsseldorfer Tageblatt. Tatsächlich war das Gebäude an der Bernburger Straße modern und ganz im Stile der Zeit auch schön, selbst wenn es schon kurz nach der Eröffnung darunter litt, dass es schlicht zu klein war.

Die Gemeinschaftshauptschule an der Bernburger Straße feiert heute das 100-jährige Bestehen eben jenes Gebäudes. Es geht nicht um die Schule, die in dieser Form erst seit 1968 besteht. Und dennoch ist sich Schulleiter Klaus-Peter Vogel sicher, werden viele Ehemalige heute zwischen 14 und 18 Uhr nach Eller kommen, um noch einmal durch die Klassen zu stromern. Nicht nur die Absolventen der Hauptschule, sondern eben auch jene, die die Volksschule besucht haben. Es wird kein großes Programm geben, tatsächlich sei dieser Tag nicht für Reden, Aufführungen oder Präsentationen reserviert, sondern, um gemeinsam mit Klassenkameraden in Erinnerungen zu schwelgen. Ellers größtes Klassentreffen eben. Auch wenn der Historiker Ulrich Brzosa einen kleinen Vortrag über die Geschichte des Gebäudes hält, mit vielen Bildern von Kindern, die das Leben noch vor sich hatten. Für Getränke und einen Imbiss ist gesorgt, verspricht Vogel.

Die offizielle Feier soll dann im Dezember stattfinden. Da steht dann wohl auch die aktuelle Situation der Schule im Vordergrund. Vogel ist seit 1998 an der Schule, und sollte man zwei Schlagwörter suchen, die die Aufgabe der Schule in dieser Zeit beschreiben, würde man wohl auf Integration und Inklusion kommen. So ist die Schule inzwischen besonders eine Chance für Kinder mit Migrationshintergrund, sich in diesem Land zu integrieren. Die Probleme, die daraus resultieren, sind natürlich groß. Hinzu kommt, dass für viele Eltern die Hauptschule als Schulform nicht mehr attraktiv ist. "Absolut freiwillig kommen nur noch wenige", sagt Schulleiter Vogel, doch stellten viele fest, dass sie an der Bernburger Straße gut aufgehoben seien, dass die Schule ihren Kindern Chancen biete, die sie auf einer weiterführenden Schule nicht gehabt hätten. Das liegt auch an der Ausstattung - so ist inzwischen jeder Klassenraum mit einem Rechner ausgestattet, und im früheren Werkunterricht werden Mechatronik gelehrt, Schaltungen eingerichtet und vieles mehr. Aber das liegt natürlich und vor allem an den engagierten Lehrern auf der Schule. So verwundert es Kenner der Schule auch nicht, dass sie bis heute einen guten Ruf hat. Vogel sagt: "Wir fangen mit etwa 50 Kindern in der fünften Klasse an, und 50 Kinder verlassen uns auch in der 10. Klasse wieder." Jahr für Jahr. Und in Eller hoffen viele sehr, dass das auch in Zukunft so bleibt.

Quelle: RP
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